2005 Spätaussiedlerzuzug weiter rückläufig

2005 Spätaussiedlerzuzug weiter rückläufig

Aussiedlerbeauftragter Kemper: ´Integration bleibt das wichtigste Ziel!´
10. Januar - Im Jahr 2005 sind 35.522 Spätaussiedler und Angehörige nach Deutschland gekommen, annähernd 40 % weniger als 2004 (59.093 Personen). Damit setzt sich der Rückgang der Spätaussiedlerzahlen fort.

1996: 177.751 Personen

2001: 98.484 Personen

1997: 134.419 Personen

2002: 91.416 Personen

1998: 103.080 Personen

2003: 72.885 Personen

1999: 104.916 Personen

2004: 59.093 Personen

2000: 95.615 Personen

2005: 35.522 Personen

Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Denn auch die Zahl der neuen Aufnahmeanträge hat mit 21.306 gegenüber dem Vorjahr (34.560) um gut 38 % abgenommen.

1996: 168.758 Personen

2001: 83.812 Personen

1997: 147.577 Personen

2002: 66.833 Personen

1998: 100.421 Personen

2003: 46.443 Personen

1999: 117.101 Personen

2004: 34.560 Personen

2000: 106.895 Personen

2005: 21.306 Personen

Der Rückgang hat vielfältige Ursachen:

Familienzusammenführungen sind inzwischen zu einem großen Teil abgeschlossen. Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung in den Aussiedlungsgebieten, die Förderungen auf kulturellem, sprachlichem, sozialem, medizinischem und wirtschaftlichem Gebiet sowie die verstärkte Förderung der Bildung und Intensivierung von Städtepartnerschaften zwischen Kommunen in Deutschland und in den Herkunftsgebieten haben zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage geführt und den Menschen eine Zukunftsperspektive in den Herkunftsgebieten eröffnet. Zugleich haben die Demokratisierungsprozesse in den osteuropäischen Staaten zu einer Stabilisierung der Lage der deutschen Minderheiten beigetragen. Mit einigen Staaten wurden außerdem vertragliche Übereinkommen über den Minderheitenschutz abgeschlossen.

Viele Antragsteller erfüllen die sprachlichen Voraussetzungen für eine Aufnahme als Spätaussiedler nicht mehr. Zudem müssen seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes auch die Familienangehörigen Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen. Der Erwerb dieser Kenntnisse wird durch ein flächendeckendes Angebot an kostenlosen, außerschulischen Deutschkursen in den Herkunftsgebieten ermöglicht.

Im Jahr 2005 wurden insgesamt 1468 Personen zu einem Sprachstandstest eingeladen. Hiervon sind 871 Personen zum Test erschienen, von denen 216 d.h. knapp 25 % den Test bestanden haben.

Dazu der Aussiedlerbeauftragte Hans-Peter Kemper: ´Diese Ergebnisse sollten für alle Bewerber Motivation sein, von den angebotenen Sprachkursen Gebrauch zu machen. Der Erwerb von Deutschkenntnissen stellt keine unüberwindliche Hürde dar. Die bestehenden Hilfsangebote müssen nur genutzt werden. Nach der Ankunft in Deutschland werden die mitgebrachten Sprachkenntnisse die Integration erheblich erleichtern und so auch die weitere Akzeptanz des Spätaussiedlerzuzuges bei der einheimischen Wohnbevölkerung sicherstellen. Ich meine, diese Vorleistung darf von den Einbeziehungsbewerbern als zukünftigen deutschen Staatsangehörigen erwartet werden. Im Gegenzug wird ihnen nach ihrem Eintreffen durch weitere Unterstützungsangebote geholfen.´

Seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes haben neben den Spätaussiedlern auch alle mit ihnen nach Deutschland gekommenen Familienangehörigen einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Teilnahme an einem Integrationskurs. Im Jahr 2005 hat das Bundesverwaltungsamt 33.804 Teilnahmeberechtigungen ausgestellt. Der Kurs umfasst einen jeweils 300-stündigen Basis- und Aufbausprachkurs sowie einen Orientierungskurs von 30 Stunden, in dem Kenntnisse der Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands vermittelt werden. Soweit erforderlich, wird der Integrationskurs durch eine sozialpädagogische Begleitung sowie durch Kinderbetreuungsangebote ergänzt.

Weitere staatliche Integrationsangebote sind die Migrationserstberatung für erwachsene Zuwanderer und der Jugendmigrationsdienst für junge Zuwanderer bis 27 Jahre. Daneben gibt es vielerorts auch wohnumfeldbezogene Projekte vor allem zur gesellschaftlichen Integration, die durch Verbände, Vereine, Initiativen und Stiftungen durchgeführt und von der Bundesregierung gefördert werden.

Kemper weiter: ´Die Unterstützung der sozialen und beruflichen Integration der Spätaussiedler und ihrer Familien wird auch in Zukunft ein vorrangiges Ziel der Bundesregierung bleiben. Ich ermutige alle, die zu uns gekommen sind, sich nicht in eine Parallelgesellschaft zurückzuziehen, sondern sich aktiv am gesellschaftlichen Leben in den Kommunen zu beteiligen, selbst möglichst gut Deutsch zu lernen und dafür zu sorgen, dass ihre Kinder Deutsch lernen im Kindergarten, in der Schule, in Vereinen und in Jugendeinrichtungen der Kirchen und Gemeinden, denn die Sprache wird ihnen viele Türen öffnen nicht zuletzt die auf den Arbeitsmarkt.´

Hans-Peter KemperAlt-Moabit 101 D, 10559 Berlin+49 (0)1888 681-1120/22/23+49 (0)1888 681-1138BAKemper@bmi.bund.dewww.aussiedlerbeauftragter.de