In den letzten Jahren ist im Bereich Bauen so viel Forschung betrieben worden, dass man jetzt ziemlich sicher den Zeitpunkt des wahrscheinlichen Algenbefalls an der Hausaussenwand errechnen kann. Der Befall von solchen Algen nimmt zu.
Wer grüne Flecken an seiner Fassade entdeckt, ist selten erfreut. Bedeutet dies doch Ärger und aufwendige Entfernungsarbeiten.
Als einer der Gründe für die zunehmende Verbreitung von Algen ist unter anderem die zunehmende Verbreitung von Dieselfahrzeugen zu nennen. Es klingt unwahrscheinlich, ist aber so: Die von Dieselfahrzeugen ausgestoßenen Stickoxide werden vornehmlich auf Außenfassaden abgelagert. Sie sind damit eine bevorzugte Nahrungsquelle für Algen.
Als weiterer Grund ist die immer bessere Dämmung von Gebäuden zu nennen.
Bei einem gut gedämmten Haus sind nämlich die Wandaußenflächen kälter als die Innenflächen. Dort kondensiert vermehrt Wasser. Die Feuchtigkeit, die damit entsteht, ist der ideale Lebensraum für Algen.
Über diese Fakten sollten sich Bauherren bei der Entscheidung für eine Putzart Gedanken machen.
Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig hat jetzt ein Verfahren veröffentlicht, mittels dem man wohl zuverlässige Angaben zur Wahrscheinlichkeit und zum Zeitpunkt eines Algenbefalls machen kann.
Dabei wird der Putz in 2 Schritten betrachtet und bewertet:
1) Die Feuchtigkeitsbildung an der Oberfläche des Putzes wird untersucht. Das beinhaltet auch, in welchem Maße du innerhalb welchen Zeitraums das geschieht.
2) Es wird untersucht, ob der Putz Substanzen enthält, die ein Algenwachstum verhindern könnten.
Nach Erhebung dieser Kennzahlen wird der Putz mithilfe eines Klassifikationsschemas eingeordnet. Mittels dieses Schemas kann man Putz in Zukunft in Klassen einteilen, die den Bauherren die Entscheidung erleichtern.



