Kindersicheres Wohnen – Teil 1 und 2

Kindersicheres Wohnen – Teil 1

Der häufigste Unfallort ist bekanntlich das eigene Heim.
Während dort Gefahrenzonen wie heiße Herdplatten und Treppen für Erwachsene zum Alltag gehören, bedeuten diese Zonen für Kinder auf Entdeckungsreise manchmal sogar lebensbedrohliche Gefahren. Genau dort setzt die Kindersicherung der Wohnung an.
Stürze, Vergiftungen, Schnittverletzungen und Verbrennungen sind die häufigsten Verletzungen bei Kindern. Gerade im häuslichen Umfeld ist es daher immens wichtig, für die Sicherheit der Kleinen zu sorgen. Die Nummern für Notfall- und Kinderärzte sollten nichts desto trotz immer in Reichweite sein.

Im Folgenden sind Raum für Raum die Gefahrenzonen dargestellt und Tipps zur Abhilfe werden gegeben.

Wohnzimmer:

Grundsätzlich ist von der Verwendung von Tischdecken abzuraten. Kinder ziehen mit Vorliebe daran und können so durch Vasen, Geschirr oder brennende Kerzen von oben verletzt werden. Bei Möbeln sollte auf abgerundete Ecken durch Kantenschützer geachtet werden, insbesondere auf Laufwegen. Schränke und Regale laden stets zum Erklimmen ein. Deshalb sollten Süßigkeiten nicht im obersten Regal gelagert werden. Um die Regale vorm Umkippen zu schützen, können sie an der Wand festgeschraubt werden. Teppiche mit Anti-Rutsch-Streifen sorgen für einen festen Stand. Kinderstühle dürfen ebenfalls nicht kippeln und sollten fest stehen. Kinder neigen manchmal dazu, übermütig darin herumzuzappeln.
Giftige Pflanzen sollten ebenfalls aus dem Haus entfernt werden. Eine Liste zur Übersicht über alle Giftpflanzen finden Sie im Internet.
Wenigen Menschen ist bekannt, wie giftig, oft auch tödlich, Zigaretten und Zigarettenstummel für Kinder sind, wenn sie diese essen sollten. Daher sollten Raucher ihre Kinder immer von benutzten Aschenbechern und Zigarettenschachteln fern halten. Abschließbare Schubladen sind hier ein Muß.

Kindersicheres Wohnen – Teil 2

Küche
Für Kinder gibt es in der Küche sehr viel zu entdecken.
Gerüche, bis hin zu Leckereien, die sich in den Schränken verbergen. Die Gefahren lauern bei den heißen Herd-platten, Tischdecken und scharfen Küchenwerkzeugen. Sichern Sie den Herd, indem Sie ein Herdschutzgitter und einen Backofenfenster-Schutz anbringen. Drehen Sie zudem Pfannenstiele nach hinten, damit das Kind diese nicht herunterziehen kann. Scharfe Gegenstände sollten außerhalb der Reichweite des Kindes aufbewahrt werden. Schließen Sie die Spülmaschinentür, in der sich Gegenstände wie Messer befinden beziehungsweise, wo sich das Kind die Fingerchen einklemmen könnte.
Außerdem gehören Reinigungsmittel in einen verschließbaren Schrank zum Beispiel mit einem Haken zur Kindersicherung, um Verbrennungen, Verätzungen oder Vergiftungen zu vermeiden.

Tatort Badezimmer
Die häufigsten Gefahren im Bad sind Ausrutschen und Ertrinken. Leider übt Wasser eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus, liebend gern plantschen sie darin herum. Dabei sollten Sie sie nie unbeaufsichtigt lassen. Auch bei niedrigem Wasser können Kinder ertrinken. Die Rutschgefahr können Sie mit Anti-Rutsch-Matten hemmen. Es hilft auch, wenn Sie Ihr Kind auf glatte Böden aufmerksam machen, leider vergessen diese es oft im munteren Treiben. Zum Ein- und Aussteigen in die Badewanne sollten rutschfeste Armaturen montiert werden.
Die Mischbatterie sollten Sie mittels eines Wassertemperaturreglers kontrollieren. Wie in der Küche, sollten auch hier Medikamente und Waschmittel weggeschlossen werden.
Elektrogeräte wie beispielsweise Fön oder Rasierapparat sollten immer vom Stromnetz getrennt und weggeräumt werden, wenn sie nicht gerade in Betrieb sind.

Tatort Kinderzimmer
In diesem Zimmer ist Platz zum Spielen, häufig geschieht dies unbeaufsichtigt. Auch Ihr Kind will sicher mal Ruhe vor Ihrem wachsamen Auge!
Die Möbel sollten stabil und kippsicher sein und durch Plastikecken abgerundet werden. Wenn Sie Ihr Kind wickeln, sollten Sie es währenddessen immer mit einer Hand festhalten. Etagenbetten eignen sich erst ab einem Alter von 6 Jahren. Dabei ist darauf zu achten, dass die offene Seite mit einem hohen Fallschutz gesichert ist. Die Leiter sollte fest verankert sein.
Stromkabel sollten am Besten den Wänden entlang geführt werden um Stolperstellen zu vermeiden. Achten Sie bei Spielsachen auf die geprüften Sicherheitssiegel, denn Kleinteile könnten verschluckt werden und dann ist die Erstickungsgefahr groß.


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