Ackermann-Verteidiger: BGH-Entscheidung steht uns nicht im Wege

Ackermann-Verteidiger: BGH-Entscheidung steht uns nicht im Wege

Neue Münchener Anwaltshandbücher zur Strafverteidigung vom Verlag C.H.Beck

München, 05. September 2006 – Sie gehören zu den prominentesten Strafverteidigern Deutschlands: Professor Gunter Widmaier aus Karlsruhe und der Münchener Professor Klaus Volk. Während Revisionsspezialist Widmaier gerade den früheren Allianz-Arena-Chef Karl-Heinz Wildmoser jr. gegen Schmiergeldvorwürfe verteidigte, nimmt Professor Volk in Kürze wieder neben Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Platz - wenn der Mannesmann-Prozess in die nächste Runde geht.Jetzt haben die beiden Strafrechtler ihren Erfahrungsschatz als Strafverteidiger gemeinsam mit Beiträgen von über einhundert weiteren namhaften Autoren in zwei Praktikerhandbüchern zusammengetragen. Die Titel „Strafverteidigung“ und „Verteidigung in Wirtschafts- und Steuerstrafsachen“ erscheinen noch diese Woche in der renommierten Reihe „Münchener Anwaltshandbuch“ im Verlag C.H.Beck.

Insbesondere für Rechtsanwälte, die auf dem Gebiet des Strafrechts tätig sind, bieten die neuen Münchener Anwaltshandbücher aus dem Verlag C.H.Beck einen umfangreichen Fundus an rechtlichen und taktischen Hinweisen.

Der von Professor Gunter Widmaier herausgegebene Band „Strafverteidigung“ behandelt auf mehr als 2.700 Seiten aus Verteidigersicht nicht nur materielle und prozessuale Aspekte allgemeiner Strafsachen. Vielmehr finden weitere Grundlagen der Verteidigertätigkeit wie Rethorik, Berufs-, Vergütungs- und Haftungsfragen ebenfalls ausführlichen Niederschlag. Gleiches gilt für die wichtigen Bereiche Sachverständigenbeweis, Kriminalistik und Kriminaltechnik.

Der Band „Verteidigung in Wirtschafts- und Steuerstrafsachen“, herausgegeben von Professor Volk, setzt sich vor allem mit den speziellen Aufgaben des „Wirtschaftsstrafverteidigers“ auseinander. Auf über 2.100 Seiten stellt das Praxishandbuch die Besonderheiten der Wirtschaftskriminalität dar. Themen wie Präventivberatung von Wirtschaftsunternehmen und grenzüberschreitende Strafverteidigung werden ebenso abgehandelt, wie praktische Hinweise zur erfolgreichen Mandatsführung und Verteidigungsorganisation.

Bereits vor Erscheinen der neuen Münchener Anwaltshandbücher sprachen wir mit Professor Gunter Widmaier und Professor Klaus Volk über das heutige Berufsbild des Strafverteidigers, ihre neuen Bücher und die Fortsetzung des Mannesmann-Prozesses…

Herr Professor Widmaier, Herr Professor Volk, Sie sind beide seit Jahren erfolgreich als Strafverteidiger tätig. Welche Eigenschaften braucht einen guter Strafverteidiger heute?
Professor Widmaier: Die Bereitschaft zum vollen – und zum klugen – Engagement für die Sache des Mandanten, den unbeirrten Blick aufs Wesentliche, die souveräne Beherrschung der Rechtsmaterie und vor allem: Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen gegenüber der Justiz wie gegenüber dem Mandanten.

Professor Volk: In Wirtschaftsstrafverfahren die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte wirtschaftlich zu verstehen und rechtlich auf den Punkt zu bringen, sich rasch in fremde Rechtsmaterien einzuarbeiten, Geschick im Umgang mit Vorständen, Rechts- und Presseabteilungen, Teamgeist sowie zunehmend all das, was einem die „internationale Verflechtung“ abverlangt.

Wann wird ein strafrechtlicher Fall für Sie so richtig spannend?
Professor Volk: Wenn etwas schwierig ist: der Fall, die Rechtsfrage, die Beweissituation, die Lage des Verfahrens.

Erschweren DNA-Tests und die moderne Gerichtsmedizin die Strafverteidigung?
Professor Widmaier: Im Gegenteil. Noch nie hatte die Verteidigung des Unschuldigen in diesem Bereich so gute Chancen wie heute. Aber auch die Gefahr bloßer Scheinbeweise ist gewachsen. Hier steht die Verteidigung immer wieder vor schweren und verantwortungsvollen Aufgaben.

Was ist das Besondere an den von Ihnen herausgegebenen Münchener Anwaltshandbüchern „Strafverteidigung“ und „Verteidigung in Wirtschafts- und Strafsachen“?
Professor Widmaier: Eine umfassende Darstellung des weitgespannten Spektrums der Strafverteidigung gab es bisher nicht. Das Münchener Anwaltshandbuch „Strafverteidigung“ deckt endlich alle Bereiche des Verteidigerberufs ab, von den einzelnen Verfahrensabschnitten über die maßgeblichen Rechtsgebiete, von den forensischen Begleitwissenschaften und dem Gesamtbereich der Kriminalistik und Kriminaltechnik bis hin zu den vielfältigen Aspekten der erfolgreichen Berufsausübung.

Professor Volk: Neu ist auch ein Handbuch des Wirtschaftsstrafrechts, das auf die Optik der Verteidigung eingeht. Zu dem spezifischen „Management“ solcher Fälle fand der Verteidiger bisher nichts in dieser Form.

Herr Professor Volk, wie bereiten Sie sich als Strafverteidiger auf die nächste Runde im Mannesmann-Prozess diesen Herbst vor?
Professor Volk: Der Freispruch vor dem LG Düsseldorf war im Ergebnis richtig, nicht aber in der Begründung. Deshalb hat ihn der BGH kassiert. Wir werden nun die richtigen Gründe erneut, anders akzentuiert und erweitert vortragen. Die Entscheidung des BGH steht uns dabei nicht im Wege.

Vielen Dank für das Gespräch.

Prof. Dr. Gunter Widmaier (Hrsg.), Münchener Anwaltshandbuch Strafverteidigung, Verlag C.H. Beck, 2006, XXXVII, 2.768 Seiten, in Leinen, € 148,--
ISBN: 3-406-54531-9

Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Volk (Hrsg.), Münchener Anwaltshandbuch Verteidigung in Wirtschafts- und Steuerstrafsachen, Verlag C.H. Beck, 2006,XXVII, 2.183 Seiten, in Leinen, € 138,--
ISBN: 3-406-54532-7