Acryl Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten beim Hausbau

Acryl – ein vielfältiger Baustoff
Acryl ist ein weitverbreiteter Begriff, es fällt wohl jedermann spontan ein Name ein, worin Acryl enthalten ist, vor allem deswegen, weil es so vielfältig einsetzbar ist. Obwohl Acryl im Bereich der Kunst und auch der Kosmetikindustrie eine entscheidende Rolle spielt, ist Acryl vor allem im Bauwesen unabdinglich.

Acrylharz
Acryl wird im Bauwesen vor allem in Form von Acrylharz und Polymethylmethacrylat PMMA (Acrylglas, Plexiglas) verwendet. Acrylharz ist ein sogenanntes Kunstharz. Da es besonders haltbar ist, ist es ein beliebter Bestandteil von Klebstoffen, Lacken und Farben. Auch bei der Gebäudeabdichtung wird Acrylharz verwendet. Acrylharz hat durch seine vielfältigen Eigenschaften – wie Haltbarkeit, Glanz, hohe Verwitterungsbeständigkeit und Haftbarkeit – ein besonders großes Anwendungsspektrum, ist aber vor allem in der Lackindustrie vertreten. Acrylfarben und -lacke basieren auf Kunststoffdispersionen, sind mit Wasser verdünnbar, trocknen dabei allerdings zu einem wasserfesten Film aus. Im Bauwesen sind Acrylfarben und -lacke die absolute Nummer eins, da sie sich durch ihren sehr geringen Anteil an gesundheitsschädlichen Lösungsmitteln gegenüber ihren Konkurrenten, die teilweise einen Lösungsmittelanteil von über 70 % aufweisen, durchsetzen konnten. Die Hauptbestandteile von Acrylfarben und -lacken sind unter anderem Lösemittel – nicht zu verwechseln mit Lösungsmittel, denn bei Acryl handelt es sich hierbei meist um reines Wasser, Pigmente und Bindemittel, die sich mit dem Untergrund und den Pigmentpartikeln verbinden sollen, um optimale Haftbarkeit zu erzielen. Des Weiteren findet Acrylharz auch im Malerbereich des Bauwesens großen Nutzen. Es wird nicht nur als Grundierweiß, für unbehandelte Malgründe zur Haftverbesserung des nachfolgenden Anstrichs benützt, sondern auch als Farbverdickungsmittel, Verzögerer der Farbtrocknungszeit, Modellierpaste und Glanzmitteldispersion.

Polymethylmethacrylat PMMA – Plexiglas
Der synthetische, glasähnliche thermoplastische Kunststoff PMMA ist vor allem unter seinem geläufigerem Handelsnamen Plexiglas bekannt. Er ist von kristallklarer Durchsicht und hohem Oberflächenglanz. PMMA ist in einer großen Farbenvielfalt erhältlich und verfügt über eine hohe mechanische Festigkeit, aber über geringe Schlagzähigkeit. Er wurde bereits in den 20er Jahren entwickelt und industriell hergestellt und ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es diente, wie heute noch, als splitterfreier Glasersatz. Doch auch die ersten Kontaktlinsen wurden aus PMMA hergestellt. Acrylglas dient häufig als Ersatz für normales Glas. Es ist nur etwa halb so schwer, leichter zu bearbeiten, und leitet Licht besser. Der Nachteil ist jedoch, dass Acrylglas schneller zerkratzt. Es lässt ultraviolettes Licht und Röntgenstrahlen durch, aber hält Wärmestrahlen zurück. Daher wird es auch für Gewächshäuser verwendet. Sein Anwendungsspektrum ist enorm, doch im Bauwesen ist PMMA vor allem als Polymerbeton bekannt, in Form von Industrieböden, Verglasungen, Abdichtung und Beschichtung von Balkonen und Terrassen und im Sanitärbereich, bei beispielsweise Badewannen. Plexiglas lässt sich spanabhebend sehr gut verarbeiten und im siedenden Wasser kann man es beliebig verformen. Die Witterung, wie auch bei den meisten Säuren und Basen, ist nicht schädlich für PMMA, in Kontakt mit Alkohol, Aceton und Benzol kommt es allerdings zu Spannungsrissen.