Aids-Aktionswochen Rosenheim

Aids-Aktionswochen Rosenheim

+++ Nach wie vor gibt es bei AIDS weder Heilung noch Impfschutz. Und die Zahl infizierter Menschen steigt auch in Europa, vor allem in Osteuropa dramatisch an. Trotz dieser Tatsachen ist Aids aus den Schlagzeilen und aus dem Bewusstsein vieler Menschen weitgehend verschwunden. Dies erklärte Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller heute bei den AIDS-Aktionswochen Rosenheim. Müller: "Wirksame Therapiemöglichkeiten durch neue Medikamente bedeuten heute für HIV-Infizierte oft eine spürbare Lebensverlängerung. Auch die Lebensqualität hat sich dank des medizinischen Fortschritts um ein Vielfaches verbessert." Diese an sich sehr positive Entwicklung hat laut Müller jedoch eine Kehrseite: HIV und AIDS beginnen, ihren Schrecken für die Menschen zu verlieren. "Gerade junge Menschen setzen sich nicht einmal mit den einfachsten Schutzmaßnahmen auseinander. Es sind neue Wege in der Kommunikation notwendig, um die jungen Menschen wirklich zu erreichen. Denn wer sich nicht vor Ansteckung schützt, spielt russisches Roulette mit seinem Leben. Prävention ist und bleibt unverzichtbar", betonte Müller. +++
Ende der 80er Jahre stuften rund 22 Prozent der Bevölkerung AIDS als eine der größten Gesundheitsbedrohungen ein. Heute sind es nach aktuellen Umfrageergebnissen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nur noch 2 Prozent. Unter dem Motto "Hand in Hand gegen Aids“ fördert die Staatsregierung jährlich zahlreiche Aids-Präventions-Projekte. Dazu gehört das grenzüberschreitende Projekt JANA, das die Gefahr der Ausbreitung von HIV in der Prostitutionsszene im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet eindämmt, oder LIZA, "Liebe in Zeiten von Aids“, ein gemeinsames HIV-Präventionsprogramm des bayerischen Kultus- und Gesundheitsministeriums für Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse. Nach den Worten Müllers ist es den intensiven Präventionsmaßnahmen der vergangenen zwei Jahrzehnte zu verdanken, dass sich die dramatischen Prognosen der 80er Jahre bezüglich der Aids-Epidemie in Deutschland nicht bewahrheitet haben.

In Bayern infizieren sich jährlich fast 300 Menschen mit dem HI-Virus. Etwa 5.800 HIV-Positive, darunter 1.450 Frauen, und etwa 700 AIDS-Kranke leben in Bayern. 2.900 Menschen sind in Bayern bisher an AIDS verstorben.

Die Aids-Aktionswochen Rosenheim finden vom 19. bis 29. Juli 2005 statt.

Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de

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