Alleinerziehende müssen haushalten

Alleinerziehende müssen haushalten

Viele Alleinstehende mit Kind müssen mit wenig Geld auskommen. Trotzdem sollten sie versuchen, Altersvorsorge und Absicherung nicht völlig zu vernachlässigen.

Frankfurt am Main, 4. Januar 2006 - Den meisten Alleinerziehenden in Deutschland kann es nur mit straffer Finanzplanung gelingen, eine solide Altersvorsorge und Absicherung aufzubauen. Ein tendenziell niedrigeres Einkommen, höhere Kosten für Kinderbetreuung und häufiger Unterhaltsstreit zwingen viele der 2,5 Millionen Alleinerziehenden dazu, mit schmalem Budget auszukommen.

´Mit einer guten Basisabsicherung, cleverem Einkaufsverhalten und guter Beratung bekommen Singles mit Kind aber dennoch ihre Finanzen in den Griff´, so Finanzexpertin Jana Krüger von der Dresdner Bank.

Viele müssen mit dem Minimum auskommen

Wie angespannt die Finanzsituation von Alleinerziehenden ist, zeigt die Statistik: 420.000 von ihnen erhalten Leistungen nach Hartz IV. Jede vierte allein erziehende Frau bezieht Sozialhilfe. Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst nur mit einem Elterteil auf. 85 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen.

Um sich selbst und den Nachwuchs für den Fall von Krankheit oder Tod mit dem Nötigsten zu versorgen, ist eine Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich. Beispiel: Eine BU-Police, die einer 30-Jährigen 1000 Euro Rente im Monat sichert, kostet weniger als 50 Euro Beitrag im Monat.

Altersvorsorge mit kleinen Beträgen

Auch der Einstieg in die private Altersvorsorge gelingt mit kleinen Beträgen. Eine private Rentenversicherung bringt bei 100 Euro monatlicher Sparrate nach 40 Jahren rund 140.000 Euro oder eine lebenslange Rente von rund 530 Euro im Monat.

Staatliche Förderung oder Gehaltsumwandlung machen es leichter: Für die Riester-Rente erhält jeder Bundesbürger (außer Selbstständige) ab 2006 eine Zulage von derzeit 114 Euro plus 138 Euro pro Kind. Und bei der betrieblichen Altersvorsorge wird ein Teil des Bruttos gleich in einen Altersvorsorge-Vertrag umgeleitet. Derzeit nutzen dies nach Dresdner-Bank-Angaben erst 26 Prozent aller Frauen.

Haushaltsbuch hilft sparen

Finanziellen Spielraum für´s Sparen hat, wer clever und diszipliniert einkauft. Hilfreich: ein Haushaltsbuch. Es listet Einnahmen und Ausgaben auf und entlarvt Kostentreiber.

Geld einsparen lässt sich mit Nachbarschaftshilfe (z. B. Kinderbetreuung, Reifenwechsel, Steuererklärung). Vor allem schnelllebige Güter für Kinder (Spielzeug, Kleider, Musik) lassen sich günstig ´second hand´ im Internet und auf Flohmärkten erstehen. Frühbucherrabatte und ermäßigte Kinderfestpreise entlasten die Reisekasse.

Unterhaltsanspruch und Geld vom Staat

In finanzielle Schwierigkeiten geraten allein erziehende Mütter und Väter häufig, wenn die Unterhaltszahlungen des Vaters ausbleiben.

Den Anspruch kann man aus der so genannten Düsseldorfer Tabelle ablesen (Link siehe unten). Beispiel: Für ein sechsjähriges Kind muss ein Vater, der 2500 Euro netto verdient, 351 Euro im Monat zahlen. Weigert sich der Vater, so kann die Mutter beim Jugendamt Beistandschaft nach Paragraf 1712 BGB beantragen. Die Behörde macht dann Unterhalt oder Abfindung geltend.

Pro Familia oder andere Träger (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband) bieten Beratung an, welche Rechte, Sozialleistungen und Hilfen Alleinerziehenden zustehen z. B. Mutterschutz, Mutterschaftsleistungen der Krankenversicherung, Mutterschaftsgeld, Erziehungsgeld, Kindergeld, Wohngeld, Arbeitslosengeld, Unterhaltsvorschuss.

Kontakt für Presse Christoph BlumenthalDresdner Bank AGFon:+49.69.263.55807 > E-Mail senden