
Ein Dach muss in den meisten Fällen nach rund 10 bis 15 Jahren neu abgedichtet werden. Die beste Jahreszeit hierfür ist der beginnende Herbst, wenn die Dachrinnen vom Laub der letzten Monate befreit werden, damit sich vor dem Ablaufrohr kein Stau der Blätter bildet und das Regenwasser möglicherweise unkontrolliert über den Rand der Regenrinne fließen muss. Spätestens dann ist allerhöchste Zeit, für einen reibungslosen Ablauf des Regenwassers zu sorgen und zudem auch gleich sein Dach auf mögliche Beschädigungen und undichte Stellen zu untersuchen. Bei den normalen Dächern kann es schon einmal passieren, dass der Zahn der Zeit auch an den Dachziegeln nagte und das Dach einige undichte Stellen aufweist. Die absoluten Schwachstellen bei einem einfachen Dach sind der Übergang vom Kamin, der Ziegel für die Durchführung des Satellitenkabels und der Beginn der Dachrinne.
Bei einem Flachdach sieht die ganze Geschichte etwas komplizierter aus, denn hier kann es ganz unterschiedliche und verschiedene Schwachstellen bei der vorhandenen Abdeckung geben, wobei es hier zudem auch noch auf die Dachbeschaffenheit und das verwendete Material ankommt. Voraussetzung ist jedoch, das vorhandene Moos und Unkraut mit einem Spachtel abzukratzen. So können Betondächer oder Dächer aus Holz entweder mit einem Hochdruckreiniger gesäubert oder einfach abgefegt werden, während ein mit Bitumen gedecktes Dach immer mit dem Hochdruckreiniger zu reinigen ist. Die seinerzeit sehr beliebten Dächer aus Aluminium müssen mit einer Drahtbürste komplett gereinigt werden, eine schweißtreibende Arbeit. Erst dann kann der Besitzer beginnen, sein Dach abdichten zu wollen.
Bei den bepflanzten Dächern sieht es ebenfalls nicht gerade gut aus, denn hier müssen als Erstes sämtliche Pflanzen und Gräser entfernt werden. Da bei einer solchen Dachdeckung immer eine Menge an Mutterboden auf das Dach transportiert wurde, muss die ganze Erdmenge wieder vom Dach entfernt werden, um schlussendlich mit einem Hochdruckreiniger noch die letzten Reste des Erdbodens zu entfernen. Erst danach kann wie bei den anderen Dachformen mit der genauen Kontrolle des Daches begonnen werden.
Ein Dach abdichten bedeutet, dass man zunächst auch vom Inneren genau kontrolliert, ob es an einer Stelle zum Eindringen von Nässe gekommen ist, denn dann muss die Dämmung an dieser Stelle komplett ausgeschnitten und wieder neu ersetzt werden. Ist noch keine Nässe durchgedrungen, so wird mit der Abdichtung begonnen. Die Befestigung der Dachrinne muss kontrolliert und neu mit einer speziellen Dichtmasse bestrichen werden, um zu gewährleisten, dass im Falle einer verstopften Dachrinne das Wasser überhaupt keine Chance hat, gerade an diesem Übergang ins Haus einzudringen. In besonderen Fällen kann der Bauherr die Dachziegel auch mit einer besonderen Imprägnierung versehen, damit das Regenwasser und die Nässe sich nicht auf dem Dachziegel absetzen können