Schuldenumwandlung zwischen Indonesien und KfW vereinbart: Erlass wird Grundbildung zu Gute kommen
Gestern wurde das erste bilaterale Schuldenumwandlungsabkommen für Indonesien, die sogenannte "Schuldenumwandlung zugunsten des Bildungswesens", im Auftrag der Bundesregierung von der
KfW und dem indonesischen Finanzministerium in Jakarta unterzeichnet. Das Umwandlungsabkommen sieht vor, dass Deutschland Indonesien Schulden in Höhe von 25,6 Millionen EUR erlässt. Die Schulden sind im Rahmen der Finanziellen Zusammen-arbeit angefallen, die die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchführt.Die indonesische Regierung hat sich im Gegenzug dazu verpflichtet, 50 % des Betrages in Projekte zur Bildung, Armutslinderung und zum Ressourcenschutz zu investieren.
Der Schwerpunkt soll dabei auf der Grundbildung liegen. Das Programm sieht vor, dass die naturwissenschaftliche Ausbildung von Grund-schullehrern in 17 Provinzen Indonesiens verbessert werden wird; 510 Ausbildungszentren werden neu gebaut und ausgestattet.
Das Programm steht in direktem Zusammenhang mit dem laufenden "SEQIP"-Projekt, das im Rahmen der deutsch-indonesischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt wird und ebenfalls auf die Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an 33.000 Schulen durch die Beschaffung besserer Lehrmittel und die Einführung moderner Unterrichtsmethoden abzielt. Das SEQIP wird auf deutscher Seite gemeinsam von
der KfW und der GTZ in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Erziehungsministerium durchgeführt. Die erste deutsche Schuldenumwandlung zugunsten des Bildungswesens soll Anfang 2003 in Kraft treten. Sie stellt somit das am weitesten fortgeschrittene und konkreteste Schuldenumwandlungs-
programm für Indonesien dar.
Die KfW ist in Indonesien im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit außer im Bildungssektor auch in den
Sektoren Transport, Wasserversorgung, Wirtschaftsförderung und Gesundheit tätig. Derzeit laufen dort Programme in Höhe
von 400 Mio EUR.