Neues KfW-Programm "Kapital für Arbeit" startet am 1. November
Bundesfinanzminister Hans Eichel, Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement und KfW-Vorstandssprecher Hans W. Reich haben heute in Berlin das neue KfW-Programm "Kapital für Arbeit" vorgestellt. Das Förderprogramm unterstützt die Initiative der Bundesregierung zum Abbau der Arbeitslosigkeit. Damit wird eine Komponente des Hartz-Konzepts aufgegriffen. "Kapital für Arbeit" startet heute mit der Information aller Banken und Sparkassen über die Programmdetails. In den nächsten Tagen können kleine und mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler dann Anträge bei ihrer Hausbank stellen.Das neue KfW-Förderprogramm soll helfen, dass die Einstellung von Arbeitslosen nicht an Kapitalmangel scheitert. Es zielt darauf ab, Finanzierungshemmnisse mittelständischer Unternehmen abzubauen sowie deren Kapitalstruktur nachhaltig zu stärken. "Kapital für Arbeit" steht Unternehmen offen, die Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte oder geringfügig Beschäftigte dauerhaft (Vertragslaufzeit mind. 12 Monate) in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis einstellen. Die Unternehmen müssen insgesamt kreditwürdig sein und positive Zukunftsaussichten haben. Pro Neueinstellung kann das Unternehmen ein Finanzierungspaket in Höhe von max. 100.000 EUR erhalten. Die KfW-Mittel müssen bei der Hausbank beantragt werden. Das Paket besteht obligatorisch jeweils zur Hälfte aus einer Fremdkapitaltranche sowie einer eigenkapitalnahen Nachrangtranche.
Komponenten des Finanzierungspakets
Das Kreditrisiko für die Fremdkapitaltranche trägt die Hausbank, die das Finanzierungspaket durchleitet. Dafür vereinbart sie mit dem Unternehmen entsprechende bankübliche Sicherheiten. Diese Komponente des Pakets hat eine Laufzeit von 10 Jahren und max. 2 tilgungsfreie Anlaufjahre.
Für die eigenkapitalnahen Mittel der Nachrangtranche muss das Unternehmen keine Sicherheiten stellen, die Hausbank ist gegenüber der KfW von der Haftung freigestellt. Das ist wesentlich, weil sich auf diese Weise der Spielraum des Unternehmens, weitere Kredite aufzunehmen, erhöht. Die Laufzeit dieser Komponente beträgt ebenfalls 10 Jahre. Die Mittel werden zum Ende der Laufzeit in vier gleich hohen, halbjährlichen Raten getilgt.
Bonitätseinschätzung
Hinsichtlich der Fremdkapitaltranche obliegt die Bonitätseinschätzung der Hausbank. Ggf. kann sie den Zinssatz - in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens und den gestellten Sicherheiten - um bis zu 0,50 % p.a. verteuern.
Bei der Nachrangtranche wird die Bonität des Unternehmens von dessen Hausbank auf Basis der aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse und der Zukunftsaussichten eingeschätzt. Sie ordnet das Unternehmen dann einer von vier KfW-Bonitätsklassen ("sehr gut", "gut", "befriedigend", "ausreichend") zu. Die KfW behält sich vor, die Einschätzung der Hausbank mittels eigener Ratinginstrumente zu überprüfen und ggf. anzupassen. Den vier Bonitätsklassen entspricht jeweils ein eigener Zinssatz. In den jeweiligen Zinssatz sind marktmäßige Risikoprämien eingepreist, die die Ausfälle decken. Der Bund gewährt eine Rückversicherung für nicht vorhersehbare Schäden. Damit ist klar: Unternehmen mit sehr guter Bonität müssen einen geringeren Zinssatz zahlen als Unternehmen mit schlechterer Bonität.
Konditionen des Finanzierungspakets
Der Zinssatz für beide Komponenten des Finanzierungspakets basiert auf den günstigen Programmkonditionen der KfW und hängt darüber hinaus vom Risiko eines Kreditausfalls ab. Die Bandbreite des Zinssatzes in der Fremdkapitaltranche liegt zurzeit je nach Bonität des Unternehmens zwischen 5,16 % p. a. effektiv und 5,68 % p. a. effektiv. In der Nachrangtranche liegen die Zinssätze je nach Bonitätsklasse zwischen 5,84 % p. a. effektiv und 8,92 % p. a. effektiv.
Für den Endkreditnehmer heißt das: Im teuersten Falle, d. h. wenn ein Unternehmen übergerade noch ausreichende Bonität verfügt, muss für das Finanzierungspaket ein laufzeitgewichteter Zinssatz von 7,61 % p. a. effektiv gezahlt werden. Für Unternehmen mit besserer Bonität liegt dieser gewichtete Zinssatz deutlich darunter.
Mit "Kapital für Arbeit" wird die Förderpalette der KfW um ein innovatives und marktmäßiges Förderprodukt ergänzt, das sowohl für Unternehmen als auch für Banken interessant ist. Die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens entscheidet über den Zinssatz, der für das Produkt zu zahlen ist. Gleichzeitig leistet "Kapital für Arbeit" einen Beitrag dazu, die Zukunftsfähigkeit mittelständischer Unternehmen sowie den Arbeitsmarkt ohne staatliche Subventionen zu stärken.