KfW fördert Serbien und Kosovo im Energiesektor
10 Mio EUR für Fernwärme in Serbien, 5 Mio EUR-Soforthilfe
Heute wurde in Belgrad ein Finanzierungsvertrag in Höhe von 10 Mio EUR zwischen der KfW, der serbischen Regierung sowie den Fernwärmebetrieben von Belgrad, Nis und Novi Sad abgeschlossen. Die KfW finanziert aus den Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Rehabilitierung der Fernwärmeversorgung in den drei größten Städten Serbiens, die sich ihrerseits mit weiteren rd. 4,5 Mio EUR an dem Projekt beteiligen.
Schon im vergangenen Jahr war die KfW im Energiesektor in diesen drei Städten aktiv. Im Auftrag des BMZ konnten im vergangenen Jahr Leistungen in Höhe von 7,7 Mio EUR für die Fernwärmeversorgung von Belgrad, Nis und Novi Sad erbracht werden. Das neue Projekt baut konzeptionell auf der ersten Phase auf und umfasst die Instandsetzung des Leitungsnetzwerks, der Verteilerstationen sowie der Mess- und Regelinstrumente. Begleitend dazu wird das Betriebspersonal der Fernwärmebetriebe weiterqualifiziert.
Bisher sind in den drei Projektstädten bis zu 55 % der Bewohner sowie eine Vielzahl öffentlicher Gebäude am Fernwärmenetz angeschlossen. Alternative Heizmöglichkeiten beschränken sich zumeist auf Kohleöfen oder elektrische Heizstrahler. "Neben der direkten Verbesserung der Lebensbedingungen - durch eine verlässliche und bezahlbare Wärmeversorgung - leisten die von deutscher Seite finanzierten Maßnahmen somit einen erheblichen Beitrag zur Schonung der Umwelt und der knappen Energiereserven in der Region", sagte Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstandes der KfW.
Des weiteren unterstützt die KfW im Auftrag des BMZ die Stromversorgung im Kosovo mit
5 Mio EUR-Soforthilfe. Diese ist dringend nötig, weil es in der vergangenen Woche zu einem verheerenden Brand im Braunkohlekraftwerk "Kosovo B" gekommen war: Rund 60 % der ohnehin rationierten Stromversorgung des Kosovo dürften somit für die nächsten neun bis zwölf Monate ausfallen. Da im Winter Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius zu erwarten sind und die meisten Haushalte nur elektrisch heizen können, drohte eine ernste soziale und wirtschaft-liche Krise. Die KfW wird nun mit dieser Soforthilfe in Höhe von 5 Mio EUR die seit Jahren stillstehenden Blöcke A2 und A5 beim zweiten Braunkohlekraftwerk "Kosovo A" instandsetzen, damit sie noch vor Jahresende wieder in Betrieb genommen werden können und der Ausfall des Kraftwerkes "Kosovo B" aufgefangen werden kann.
Die KfW hatte in den letzten Jahren bereits rund 22 Mio EUR für die Rehabilitierung der übrigen drei Blöcke dieses Kraftwerks bereitgestellt, um eine zweite, unabhängige Säule der Energieversorgung sicherzustellen. Zudem verwaltete sie weitere 16 Mio EUR der
UN-Übergangsverwaltung im Kosovo, UNMIK, für die Wiederherstellung der Kraftwerke.
Da die KfW schon "Schubladenpläne" für die Instandsetzung der beiden übrigen Blöcke hatte, konnte das BMZ schon wenige Tage nach dem Brand die Soforthilfe zusagen. "Es ist uns somit möglich - wenn es auch ein Wettlauf gegen die Zeit sein wird - die Stromerzeugung so wiederherzustellen, dass die zu erwartende Energiekrise im Winter deutlich abgemildert werden kann", sagte Ingrid Matthäus-Maier.
Die KfW ist im Rahmen des Stabilitätspakts für Südosteuropa seit Oktober 2000 in Serbien und im Kosovo aktiv. Das Projektvolumen für Serbien beträgt derzeit rund 140 Mio EUR und erstreckt sich auf die Bereiche Energie- und Wasserversorgung sowie Förderung des privaten Banken- und Unternehmenssektors. Im Kosovo ist die KfW in den Sektoren Energie, Wasser/abwasser und im Finanzsektor aktiv. Das Projektvolumen für den Kosovo beträgt derzeit rund 70 Mio EUR.