DtA: NEUE IMPULSE FÜR MITTELSTANDSFÖRDERUNG
Schwieriges Geschäftsjahr 2001
Wie für viele andere Banken war 2001 für die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) und ihre Tochterunternehmen ein schwieriges Jahr. Zwar erhöhte sich die Zahl der Kredite von 78.500 auf rund 80.000, mit 7,9 Milliarden Euro war das Zusagevolumen aber niedriger als das Vorjahresergebnis (8,3 Milliarden Euro). Die Bilanzsumme stieg 2001 um drei Prozent auf 52,8 Milliarden Euro, das Geschäftsvolumen lag mit 55,5 Milliarden Euro ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert. Insbesondere der hohe Abschreibungs- und Risikovorsorgebedarf für das Beteiligungsgeschäft sowie die Verluste aus ehemals großen Aktienengagements führten zu einer starken Belastung der Gewinn- und Verlustrechnung. Durch Auflösung von Reserven konnte ein ausgeglichenes Jahresergebnis erreicht werden.
Die offensive Förderpolitik seit Mitte der 90er Jahre hat die finanziellen Ressourcen der Bank stark angespannt. Bereits im Jahr 2001 sind deshalb nachhaltige Kurskorrekturen in der Geschäftspolitik eingeleitet worden, die den DtA-Konzern wieder in ein betriebswirtschaftlich ruhiges Fahrwasser führen sollen. Um die Ertragskraft des Konzerns zu stabilisieren, wurde das Asset Management neu ausgerichtet und der Risikotragfähigkeit der Bank angepasst. Im Zuge der tbg-Neuausrichtung wurden außerdem Produkte im Eigenrisiko deutlich begrenzt.
Für 2002 wird in der Bank wieder ein positives Ergebnis erwartet.
Förderergebnis 2001/2002
Im Geschäftsjahr 2001 hat die DtA insgesamt 7,9, Milliarden Euro Fördermittel zugesagt (- fünf Prozent). Insgesamt gingen im letzten Jahr 43.000 Darlehen im Gesamtwert von 3,8 Milliarden Euro an 23.000 Gründer und 13.000 junge Unternehmer. Drei Viertel aller Existenzgründungen entfielen auf die Bereiche Handel und Dienstleistungen. Jeder dritte Existenzgründer übernahm einen bereits bestehenden Betrieb.
Für Umweltschutzförderung hat die DtA 2001 rund 2,8 Milliarden Euro bewilligt. Aus dem DtA-Sozialprogramm zahlte sie rund 380 Millionen Euro aus; im Bildungsbereich konnte sie 2001 rund 33.000 Neuabschlüsse erzielen.
Die moderate Entwicklung der Nachfrage nach den Produkten der DtA setzt sich in diesem Jahr fort. Im Osten gibt es jedoch bei der Existenzgründungsförderung erste Anzeichen für eine positive Wende. Erfreulich entwickelte sich im ersten Quartal 2002 die Bildungsförderung mit Meister-BAföG (+ 25 Prozent) und BAföG-Bankdarlehen (+63 Prozent).
Das Beteiligungsgeschäft 2001 war geprägt von der Krise am Neuen Markt und der anschließenden Marktbereinigung in der New Economy. Im vergangenen Jahr beteiligte sich die Technologie- Beteiligungs-Gesellschaft (tbg) der DtA mit rund 350 Millionen Euro an rund 260 Startups.
Verändertes Umfeld für Mittelstandsfinanzierung
Gerade die 3,2 Millionen Gründer und kleinen Unternehmen in Deutschland klagen zunehmend über mangelnden Zugang zu Bankkrediten und öffentlichen Finanzierungshilfen. Auch vor dem Hintergrund von Basel II richten offenbar viele Kreditinstitute ihre Kreditvergabepraxis immer stärker ertrags- und risikoorientiert aus. Davon sind Existenzgründer und kleine Unternehmer besonders betroffen, da sie weiter auf Kredite als wesentliche Finanzierungsquelle angewiesen sind. Um den Zugang dieser Unternehmen zu Förderkrediten offen zu halten, müssen diese weiter für die Hausbanken attraktiv bleiben. Deshalb tritt die DtA für einen Ausbau der Haftungsfreistellungen und eine angemessene Erhöhung der Hausbankenmarge ein.
In einem weiteren, späteren Schritt werden wir den Hausbanken ein risikodifferenziertes Margensystem anbieten. Damit können wir den DtA-Produkten in Zukunft einen festen Platz in den Produktkatalogen der Banken sichern.
Micro-Lending und Mezzanine-Kapital
Für ganz kleine Volumina bis 25.000 Euro am unteren Ende des DtA-StartGeldes entwickeln wir zur Zeit ein neues Produkt, das vermutlich noch in diesem Herbst auf den Markt kommen wird.
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Basel II ist es notwendig, den Zugang der kleinen und mittleren Unternehmen zu Bankkrediten durch ein breiteres Angebot an Beteiligungskapital zu verbessern. Hierfür bietet die DtA Unternehmen unterhalb der Hightech-Schwelle seit Jahren ihr Eigenkapitalhilfedarlehen (EKH) an. In den neuen Ländern können wir mit dieser Mezzanine-Finanzierung, für die keine Sicherheiten gestellt werden, nunmehr auch in der Wachstumsphase die zu geringen Eigenmittel bestehender Unternehmen auf 40 Prozent der Investitionssumme aufstocken. Allein in den neuen Ländern hat die DtA seit der Wende zehn Milliarden Euro aus dem Eigenkapitalhilfe-Programm zugesagt, bundesweit sind es knapp 14 Milliarden Euro. Die Gründer- und Mittelstandsbank des Bundes ist damit der führende Anbieter von Mezzanine-Kapital in Deutschland. Wir sind mit der Bundesregierung im Gespräch, erfolgreiche Unternehmen mit Eigenkapitalbedarf mit einem ausgebauten EKH-Angebot zu unterstützen.