KfW fördert Mittelstand in den Baltischen Staaten

KfW fördert Mittelstand in den Baltischen Staaten

Kredite an litauische Vilniaus Bankas und estnische Hansabank vergeben

Die KfW hat gestern in der estnischen Hauptstadt Tallinn mit der Hansabank einen Darlehensvertrag über 25 Mio EUR unterzeichnet. Bereits am Montag hat die deutsche Förderbank eine Kreditlinie in Höhe von 10 Mio EUR an die Vilniaus Bankas in Litauen vergeben. Die von der KfW bereit gestellten Mittel fließen in die langfristige Finanzierung von Investitionsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in allen drei baltischen Staaten. Die Hansabank wird Mittelstandskredite in Lettland und Estland ausreichen, die Vilniaus Bankas in Litauen.
Die Kreditlinie über 25 Mio EUR an die Hansabank ist die erste Kreditlinie, die die KfW zugunsten einer estnischen Bank im Rahmen der so genannten KMU-Finanzierungsfazilität der Europäischen Union (EU) gewährt. In Litauen hat die KfW bereits entsprechende Darlehen an die Sampo Bankas und die Vereins- und Westbank vergeben. Die KfW und die Entwicklungsbank des Europarates (CEB - Council of Europe Development Bank) unterstützen die EU-Kommission in der Umsetzung der KMU-Finanzierungsfazilität seit Ende 2000. Die Fazilität fördert lokale Banken in den EU-Beitrittsländern bei der Vergabe von Darlehen an kleine und mittlere Unternehmen durch das Ausreichen von Refinanzierungskrediten.

Zentraler Bestandteil der aktuellen Darlehensverträge mit den beiden baltischen Banken sind Mittelstandskreditprogramme, die die KfW gemeinsam mit den Instituten konzipiert hat. Ziel der Programme ist die Förderung mittel- und langfristiger Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit bis zu 250 Beschäftigten. Die Kreditvergabe ist nicht an deutsche Lieferungen gebunden, so dass der jeweilige Kreditnehmer seineInvestitionsentscheidung frei treffen kann.

"Wir freuen uns, dass wir mit der Vilniaus Bankas die größte litauische und mit der Hansabank die größte Bank des Baltikums für eine Zusammenarbeit gewinnen konnten", sagt Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstands der KfW. Die mittelständischen Unternehmen in der Region erhielten dadurch nicht nur besseren Zugang zu langfristigen Finanzierungsmitteln: "Die Förderung des baltischen Mittelstands ist auch im Hinblick auf den künftigen Beitritt zur Europäischen Union, auf den sich Litauen, Lettland und Estland derzeit intensiv vorbereiten, bedeutsam. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass gerade in solchen Vorbereitungsphasen KMU wichtige Impulse für Strukturwandel, Wirtschaftswachstum und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze geben können", so Matthäus-Maier.

Vor dem Hintergrund ihrer mehr als 50-jährigen Tätigkeit im Wiederaufbau- und Fördergeschäft hat die KfW bereits Anfang der neunziger Jahre auch Beratungstätigkeiten in zahlreichen Ländern Mittel- und Osteuropas aufgenommen. Sie berät beispielsweise Regierungen beim Aufbau von neuen Förderbanken oder bei der entsprechenden Umgründung bestehender Institutionen. Damit leistet die KfW einen Beitrag zur Heranführung der Beitrittskandidaten an die EU.


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