Weltpremiere: Der gläserne Balkon von München

Weltpremiere: Der gläserne Balkon von München

Glas Trösch mit erstem Ganzglasbalkon auf der Bundesgartenschau 2005

Ein Balkon ganz aus Glas, so transparent, dass man beim Betreten fast das Gefühl bekommt, zu schweben – das ist derzeit eine der Attraktio-nen auf der Bundesgartenschau in München. Das Objekt ist Teil der Installation „Balkonszenen“, das sich der kleinsten aller häuslichen Freizeitoasen widmet. Getreu dem zentralen Leitmotiv der Bundesgar-tenschau hat Architekt Werner Lang hier den „Perspektivenwechsel“ perfekt in Szene gesetzt. Unterschiedlichste Balkone an einer Wand, vom traditionellen alpinen Modell über den „Romeo und Julia“-Klassiker bis eben hin zum ersten Ganzglasbalkon der Welt. Nicht nur die Seitenwände sind dabei aus Glas, auch der Boden und die Träger-elemente sind absolut transparent – eine der Vorgaben des Architekten der „Balkonszenen“. Umgesetzt wurde dieses ungewöhnliche Ausstel-lungsobjekt von Glas Trösch, Abteilung Konstruktiver Glasbau Nörd-lingen, in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Stahlbau der technischen Universität München.Durchsichtig und dennoch stabil
Der eigens für die Bundesgartenschau entwickelte Prototyp des Ganzglas-balkons besteht fast vollständig aus Verbundsicherheitsglas. Die Seitenwän-de, aber auch die beiden dreieckigen Stützkonsolen sind dabei aus 30 Milli-meter starkem dreischichtigen SANCO LAMEX gefertigt, das trotz der relativ geringen Stärke das komplette Gewicht des Balkons auf die Wand ableitet. Die SWISSSTEP-Bodenplatte besteht aus vier Glasschichten und ist insge-samt 55 Millimeter stark. Sie ist fast vollständig transparent - lediglich unter-brochen durch das Glas Trösch-Logo, das mit einem rutschhemmenden SANCO PRINT Siebdruck aufgebracht wurde. So beschleicht manchen Be-sucher der Bundesgartenschau beim Betreten dieses Balkons das Gefühl, buchstäblich im „Freien“ zu stehen – was in knapp drei Metern Höhe nicht jedermanns Sache ist. Doch den Machern der „Balkonszenen“ ging es hier nicht in erster Linie darum, ein vermarktbares Modell eines Glasbalkons zu zeigen. Sie wollten vielmehr demonstrieren, wie weit man beim Balkonbau mit dem Werkstoff „Glas“ gehen kann. Deswegen wurde auch bei den Ver-bindungen der Werkstoff „Metall“ auf ein Minimum reduziert.

So wenig Stahl wie möglich
Schon aus rechtlichen und bauaufsichtlichen Gründen musste bei der Kon-struktion dem Thema „Stabilität“ ein besonderes Augenmerk geschenkt wer-den. Deswegen wurde auf den beiden stützenden dreieckigen Konsolen-scheiben ein nach vorne offener Stahlrahmen aufgesetzt. Dieser Stahlrah-men ist nur wenig breiter als die Konsolen und die Seitenwände selbst, und stört damit die transparente Wirkung kaum. Trotzdem fängt er vor allem die horizontal wirkenden Kräfte wirkungsvoll auf. Diese sind insbesondere bei der Bundesgartenschau-Installation eine der wesentlichen Herausforderun-gen. Denn der Balkon ist hier nicht wie sonst üblich an einer festen Wand angebracht, sondern an einer Stahlkonstruktion, die wiederum am Gerüst der „Balkonszenen“ eingehängt ist. Für eine feste Verbindung zu dieser Stahl-konstruktion sorgt das Punkthalter-System SANCO POINT, mit dem sowohl die Konsolen unten als auch die Bodenplatte und die Seitenwände oben mit dem Stahlrahmen verbunden sind. Die Seitenwände selbst wurden mit SWISSWALL Punkthaltern untereinander verspannt. Der Vorteil: Die relativ kleinen Verbindungselemente unterstützen den Eindruck der fast vollständi-gen Transparenz. Trotzdem sorgen sie für eine stabile Fixierung der Balkon-brüstung, die auch starkem Winddruck widersteht.

Der Glasbalkon auf der Bundesgartenschau wurde von Mitarbeitern des Konstruktiven Glasbaus bei Glas Trösch in Nördlingen komplett vormoniert und dann in einem Stück im Ausstellungsgerüst in München eingehängt. Er entspricht allen baurechtlichen und statischen Anforderungen und ist damit jederzeit auch in anderen Projekten einsetzbar. Dann sicherlich jedoch mit einer satinierten Bodenplatte, die mehr „Standsicherheit“ vermittelt, als die transparente Version in München. Die Chancen für eine tatsächliche Reali-sierung außerhalb der Münchner Gartenschau stehen dabei nicht einmal schlecht. Denn vor allem bei Architekten ist das Exponat in den vergangenen Wochen auf große Aufmerksamkeit gestoßen.

Ganzglasbalkon von Glas Trösch, Konstruktiver Glasbau Nördlingen, auf der Bundesgartenschau 2005 in München

Anlieferung des kompletten vormontierten Glasbalkons auf der Bundesgartenschau

siehe auch: Glas Trösch GmbH


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