EIGENE FEHLER BEI FIRMENKRISEN UNTERSCHÄTZT
DtA-Studie zum Krisenmanagement
Wenn deutsche Firmenchefs etwas selbstkritischer wären, hätten sie in Krisen bessere Karten. Diesen Schluss zieht die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) aufgrund einer gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Emnid durchgeführten Studie "Turnaround durch Krisenmanagement". Danach machen 80 Prozent der Firmenchefs in erster Linie äußere Einflüsse für die Krise im Unternehmen verantwortlich. Jeder zweite Firmenchef gibt zum Beispiel der allgemeinen Wirtschaftslage die Schuld, gut ein Drittel führt seine Probleme auf säumige Schuldner oder Fehler der kreditgebenden Bank zurück. Lediglich 37 Prozent der Unternehmer machen eigene Fehler und Versäumnisse für die Krise verantwortlich.In der DtA-Studie kommen auch Bankenberater, Kammermitarbeiter und Unternehmensberater zu Wort � und die sehen die Rolle der Firmenchefs in Krisen weit kritischer. So sind zum Beispiel 60 Prozent der befragten Experten der Ansicht, dass vor allem Fehler des Managements zur Unternehmenskrise geführt haben. Viele Firmenchefs, so ein weiterer Vorwurf, würden Krisensymptome solange ignorieren, bis es für eine Rettung zu spät sei.
Firmenpannenhilfe der DtA
Einen guten Einblick in die häufigsten Krisenursachen hat die DtA über ihre Firmenpannenhilfe am Runden Tisch. Dieses seit Jahren in der Praxis bewährte Kriseninstrument bildet auch die Basis der vorliegenden Untersuchung, die sich auf die Aussagen von rund 500 Beteiligten am Runden Tisch (u. a. Unternehmer, Kammermitarbeiter, Bankberater) stützt. Allein im Vorjahr haben mehr als 3.000 Betriebe mit finanziellen Problemen am Runden Tisch der DtA Platz genommen, ein knappes Drittel mehr als im Jahr zuvor. Wenn sich die Firmen
bereits bei den ersten Anzeichen einer Krise bei uns melden, so DtA-Vorstandssprecher Dr. Peter Fleischer, können wir in der Regel noch helfen. Nach eigenen Angaben hat sich bei 36 Prozent der Betriebe nach Einleitung der Rettungsmaßnahmen die geschäftliche Situation wieder verbessert, bei weiteren 57 Prozent konnte der Abwärtstrend zumindest gestoppt werden. Lediglich bei acht Prozent der Kandidaten am Runden Tisch kam jede Hilfe zu spät.
Beim Krisenmanagement am Runden Tisch arbeitet die DtA mit der örtlichen Kammer, der Hausbank und dem betroffenen Unternehmen jeweils eng zusammen. Gegebenenfalls werden weitere Gläubiger, zum Beispiel das Finanzamt oder die Krankenkasse, zur Rettung hinzugezogen. Seit dem Start des ersten Runden Tisches 1995 in Leipzig wurden mehr als 16.000 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet betreut. Vom Erfolg der Runden Tische hängen damit mehr als 150.000 Arbeitsplätze ab. Derzeit arbeiten bundesweit knapp 50 Runde Tische als Krisenhelfer.