Energieberatung für Privathaushalte spart Energiebedarf ganzer Städte
Beratung löst Investitionsschub aus: Zehn Mal effizienter als KfW-Programme
Das Energiesparpotential privater Haushalte wird bisher nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft. Ein Ausbau der Energieberatung für Verbraucher könnte zu einem Investitionsschub beim Handwerk führen und bestehende Kraftwerke überflüssig machen. Die Beratung ist zudem weit effektiver als reine Kreditförderprogramme. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Untersuchung über die Folgewirkungen von Energieberatung für Verbraucher, die der Verbraucherzentrale Bundesverband vor dem Energiegipfel am Montag veröffentlichte."Wir werden die ungeheure Verschwendung von Energie bei Gebäuden, Autos und Elektrogeräten nur beenden können, wenn wir die Nachfrage nach Energieeffizienz mobilisieren," sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. "Wenn wir stattdessen vor allem darüber nachdenken, wie wir die Vermieter schlecht isolierter Miethäuser schonen, werden wir nicht weiterkommen." Müller wird am Montag am Energiegipfel im Kanzleramt teilnehmen.
Energiebedarf ganzer Städte wird weggespart
Die Verbraucherzentralen bieten in rund 400 Beratungsstellen in ganz Deutschland Energieberatung für private Haushalte: Derzeit nehmen jährlich rund 75.000 Haushalte diese Beratung in Anspruch. Die durch die Energieberatung jährlich ausgelösten Investitionen für Energiespartechnik führen zu einer gesamten Energieeinsparung, die etwa dem jährlichen Energieverbrauch einer 70.000-Einwohner-Stadt wie Weimar oder Detmold entspricht.
Die Effekte der Energieberatung sprechen für sich: Mit der eingesparten Energie werden zugleich mindestens 300.000 bis 600.000 Tonnen weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre emittiert. Durch die Beratung werden außerdem wenigstens 40 bis 80 Millionen Euro für effiziente Technologien investiert. Positiver Nebeneffekt: Diese Investitionen kommen vorwiegend der heimischen Wirtschaft zugute.
Investitionen in Verbraucher zehn Mal effektiver als Investitionen in Dämmwolle
Die Energieberatung für private Haushalte ist zudem weit effektiver als reine Kreditförderprogramme fürs Energiesparen, wie sie etwa die KfW betreibt. So kostete die Einsparung einer Tonne CO2 bei der Energieberatung der Verbraucherverbände 7,80 Euro - bezogen auf die 2004 eingesetzten Fördermittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Bei den Gebäudesanierungsprogrammen der KfW kostete die gleiche CO2-Einsparung hingegen 80 Euro - bei einem insgesamt rund hundert Mal größeren Einsatz öffentlicher Mittel.
Für die 2005 durchgeführte Evaluation der Energieberatung befragte das ifeu-Institut in Kooperation mit TNS Emnid insgesamt 500 Verbraucher nach den aufgrund der Beratung umgesetzten Energiesparmaßnahmen. Auf dieser Basis errechnete ifeu die durch das Projekt bewirkten Einsparungen an Energie und Kohlendioxid sowie di durch die Beratung ausgelösten Investitionen.
Die Ergebnisse der Evaluation zeigen: Die Energieberatung der Verbraucherverbände trägt dazu bei, Verbraucher von unnötigen Energiekosten zu entlasten und damit unempfindlicher gegen künftige Energiepreissteigerungen zu machen.
Effekte der Energieberatung
AUFWAND
Kosten: 3,5 Millionen Euro Projektförderung BMWi 2005
Anzahl beratener Haushalte: 75.000 p.a.
ERTRAG
für das Klima: 300 - 600.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen
Investitionen: 40-80 Millionen Euro p.a. in Energieeffizienz, Gebäudetechnik, v.a. in lokale und regionale Wirtschaft
Energieeinsparung: 1 - 2 TWh. ~ 70.000-Einwohner-Stadt
siehe auch: Verbraucherzentrale Bundesverband