Lust auf Fliesen
Einfamilienhaus, Mietobjekt oder Hotel, die Gestaltung der Sanitärräume hat entscheidenden Einfluss auf die Akzeptanz und die Preisgestaltung.Vorbei die Zeiten, als das Bad nur Funktionsraum und karges Umfeld der täglichen Reinigung war. Seit Beginn der Jogging- und Aerobicwelle und dem damit verbundenen verstärkten Körperbewusstsein erfährt das Bad eine Renaissance. Der Wohlfühltrend, den anfangs viele als vorübergehende Modeerscheinung angesehen haben, entwickelt sich zum Dauerthema.
Im zeitgemäßen Bad bietet sich die Chance, immateriellen Luxus wie Gelassenheit, Muße, Ruhe, Kontemplation zu genießen. Die spartanische Nasszelle erscheint jetzt als Teil eines wohnlichen Ambientes, als täglicher Rückzugsort, in dem sich das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele wieder entdecken lässt.
Immer mehr Menschen nehmen das Element Wasser emotional wahr und Wellness im Badezimmer ist heute der Inbegriff von Entspannung und Wohlbefinden. Und überall da, wo Wasser im Spiel ist, sind Fliesen die perfekten Partner und setzen wie in der Mode Trends.
Als Favoriten des Jahres 2003 haben sich vier Wohlfühlwelten herauskristallisiert: Puristisch und designorientiert, elegant und wohnlich, harmonisch und natürlich sowie jung und unbeschwert.
Die bei den Puristen gewünschte erlesene Studio - Atmosphäre entsteht durch schnörkellose Formen, klare Linien und eine edle Zusammenstellung von Chrom, Aluminium und satiniertem Glas mit hellen Naturtönen und dunklen Akzenten. In gläsernen Duschkabinen ist high tec installiert. Industrielampen untersteichen das kühle, aber äußerst edle und hochwertige Ambiente. Oft gehört eine chromblitzende Hantelbank und weitere Sportgeräte zum Inventar des Bades.
Hier setzt Keramik an Wand und Boden Akzente. Meist großformatige weiße Fliesen mit hochglänzenden oder matten Oberflächen werden ergänzt durch kleinformatige Bordüren oder Mosaikbänder, deren Fugen bewusst als dunkler Kontrast eingesetzt werden. Metalloptiken oder Glasoberflächen sorgen für kühle Kontraste im Spektrum der Grautöne. Purismus mit einem Augenzwinkern bietet die neue Fliesenserie Flow, mit der Steuler in kühlem Weiß zeigt, dass es auch bei Fliesen nicht immer geradeaus gehen muss. Integrierte Niedervolttechnik vereint Keramik und Licht.
Ganz anders die Atmosphäre im wohnlichen Bad. Die in diesem Trend wiederbelebte klassische Eleganz vergangener Epochen zeigt sich in der hochwertigen und edlen Kombination warmer Töne. Empiremöbel, Damast und Seide finden ihre Ergänzung in dekorativen Elementen fremder Kulturen.
In dieses Umfeld gehören einerseits großformatige Fliesen mit perfekter Marmoroptik, wie sie von Villeroy & Boch jetzt gezeigt werden, die im Gegensatz zu den Naturstein - Originalen weder Spritzer von Zahnpasta, Rasierschaum oder Parfum noch Kosmetikreste verübeln. Diese Fliesen werden häufig ergänzt durch Sanitärkeramik in der Formensprache der 20er und 30er Jahre.
Florale Muster, von Wandfliesen mit Streublümchen bis hin zu geblümten Vorhängen und Handtüchern, verwandeln das edle und elegante Bad des Romantikers in eine kleine heile Welt, in der die harte Wirklichkeit außen vor bleibt.
Höchste Ansprüche an die Ästhetik seines eleganten Bades kann stellen, wer sich für die Fliesenserie Lumina der Marke Agrob Buchtal entscheidet: Hier setzen Swarovski - Kristalle auf den Fliesen Akzente und verwandeln jede Wand in ein glänzendes Schmuckstück.
Genießer von Pflanzen, Kräutern und Düften finden an der harmonisch - natürlichen Badgestaltung so richtig Gefallen. Sanfte, warme Farben dominieren, Rattan und Korbgeflecht sind die bevorzugten Materialien der Accessoires, Pflanzen werden großzügig im gesamten Bad platziert. Die Sanitärkeramik ist weich gerundet, oft kreisförmig. Mittelpunkt eines solchen Bades ist eine große Badewanne, von der aus der Blick ins Weite schweifen kann. Ist kein Fenster vorhanden, zeigt eine entsprechende Tromp loeil Malerei ihre Wirkung.
Fliesen werden mit Holz und geputzten Wandflächen kombiniert und betonen mit Oberflächen in Leinen- oder Baststruktur das gewünschte naturnahe Ambiente. Serien wie Lina von Engers oder Vega und Tynos von Grohn komplettieren die natürliche Harmonie dieser Bäder auf perfekte Art und Weise.
Jung und unbeschwert ist nicht nur das Lebensgefühl der Zwanzig- oder Dreißigjährigen. Immer mehr der jungen Alten empfinden so und wollen den neuen Lebensabschnitt unkompliziert genießen. Mit Humor und Fantasie prägen sie ihr Umfeld - leuchtende Farben, Muster- und Stilmix sowie Multifunktionsmöbel sind das Handwerkszeug für diese neue Raumarchitektur, die es gestattet, nach Herzenslust zu experimentieren, umzuräumen, neu zu gestalten.
So will man sich auch bei den keramischen Wand- und Bodenbelägen nicht festlegen. Eine Alternative sind glasierte Fliesenserien, deren Oberflächen in vielen Farbtönen changieren und sich so einem veränderten Wohnumfeld und neuen Farbfamilien immer wieder anpassen, wie z.B. Jasba Mosaikfliesen.
Oder man entscheidet sich für die Fliesenserie Freestyle von Steuler; hier ist nomen gleich omen: Es gibt tausend und eine Variante, diesem Bad in Minutenschnelle ein anderes Gesicht zu geben!
So viele verschiedene Trends, um das ganz persönliche Wellness-feeling zu erlangen. Und gar keine Übereinstimmung? O doch. Überall hat das Mosaik Einzug gehalten - ob als schmale Bordüre, als plakative Wand oder zur Betonung organischer Formen. Die Badewanne hat ihren Platz neben der Dusche wieder zurückerlangt und Duschen kommen inzwischen häufig ohne Stolperkanten aus: bodengleich und geräumig präsentieren sich moderne Duschtassen dank keramischer Formteile. Und trittsichere Oberflächen der nassbelasteten Keramikfliesen verhindern ungewollte Rutschpartien.
Den Anspruch, den Menschen heute an ihr Bad stellen, übertragen sie auch auf die Außenwelt. Ob Fitnessstudio, Schwimmbad oder Hotel - die Akzeptanz ist auch vom Angebot der vorhandenen Wellness-Oasen abhängig. So mancher Geschäftsreisende wählt sein Hotel ganz gezielt danach aus, ob er auch hier am Ende eines langen Tages die Seele baumeln lassen kann.
Für immer mehr Menschen ist Wellness heute der Inbegriff von Entspannung oder Wohlbefinden.
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