DJV kritisiert Verkaufsaktion à la Ramschladen
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (djv)
(Verbandspresse, 25.10.2005 12:01)
(Berlin) - Auf Unverständnis stieß am 25. Oktober der plötzliche Verkauf des Berliner Verlags an das britisch-amerikanische Konsortium um David Montgomery beim DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken. "Die unnötige Eile, mit der der Eigentümer Holtzbrinck den Berliner Verlag veräußert hat, erinnert an eine Verkaufsaktion à la Ramschladen nach dem Motto: Alles muss raus", sagte der DJV-Vorsitzende. Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich die Holtzbrinck-Manager mit ernst gemeinten Kaufangeboten wie dem des Verlags Neven DuMont offensichtlich noch nicht einmal auseinandergesetzt hätten. "David Montgomery und seine Geldgeber stehen nicht für Meinungsvielfalt, Qualitätsjournalismus und Pressefreiheit", sagte Konken.
Er appellierte an das Bundeskartellamt, das dem Verkauf noch zustimmen muss, den Vertrag sorgfältig zu prüfen. "Wenn die Finanziers den Berliner Verlag als Sprungbrett für eine Expansion auf dem deutschen Zeitungsmarkt nutzen wollen, ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Medienvielfalt und Pressefreiheit dürfen nicht auf dem Altar des Kommerzes geopfert werden."
Konken kündigte an, dass der DJV mit größter Aufmerksamkeit die weitere Entwicklung im Berliner Verlag beobachten werde. "Die Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Redaktionen können sich unserer Unterstützung sicher sein." Der DJV werde das Gesprächsangebot von David Montgomery annehmen, das er per Fax unterbreitet hat. "Unser Ziel ist die gesicherte Zukunft des Qualitätsjournalismus - in Berlin wie in der ganzen deutschen Zeitungslandschaft", erklärte Konken.
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