Fördern von Transportbeton auf der Baustelle
26.07.2004
Transportbeton wird im Fahrmischer mit den bestellten Eigenschaften just in time auf die Baustelle gebracht. Auf der Baustelle erfolgt noch die Förderung vom Fahrmischer in die Schalung. Für die üblichen weichen Betonkonsistenzen bringt hierbei die Förderung mit der Betonpumpe technische und meist auch wirtschaftliche Vorteile.Transportbeton wird als Beton nach Eigenschaften in verarbeitungsfähiger Konsistenz als Frischbeton mit dem Fahrmischer auf die Baustelle gebracht. Dort in die vorbereitete und mit der erforderlichen Bewehrung versehene Schalung eingebracht, verdichtet und nachbehandelt. Den Transport vom Fahrmischer in die Schalung nennt man Förderung. Für Wände und Decken kommen dabei die Förderung mit dem Krankübel und die Förderung mit der Betonpumpe zum Einsatz. In einigen Regionen auch die Förderung mit dem Förderband. Die Förderung mit dem Krankübel ist eine nicht kontinuierliche Arbeitsweise. Der Beton wird in einzelnen Chargen in den Kübel gefüllt, mit dem Kran an den Einbauort gezogen und dort entleert. Ein für die Baustelle personell aufwendiges Verfahren, da ein Mann für das Aufstellen und Einweisen des Krankübels am Fahrmischer, ein Kranfahrer, ein Mann zur Annahme und Entleeren der Kranbombe und die Verdichtungsmannschaft zum Rütteln erforderlich ist.
Wirtschaftlichkeit und Technik
Bei der Förderung mit der Betonpumpe können zwei Leute eingespart werden. Man braucht seitens der Baustelle neben der Verdichtungsmannschaft nur einen Mann zum Halten und Einführen des Pumpenrüssels. Kranfahrer und Aufsteller für die Bombe am Fahrmischer sind nicht erforderlich. Allein hierdurch sind trotz der Kosten für die bestellte Pumpleistung Einsparungen auf der Baustelle möglich. Aber auch technisch bietet das Pumpen Vorteile. Der Beton wird z. B. in Wände von unten eingefüllt, da sich der Pumpenschlauch durch die Betonieröffnungen in der Bewehrung tief in die Schalung hineinbringen lässt. Die kontinuierliche Förderung führt dazu, dass der Beton in sich läuft und kein Absetzen auftritt. Beim Krankübel führt jede Einzelcharge zu einer Frischbetonfuge, die beim Rütteln erhöhte Sorgfalt erfordert. Die Betonförderung mit der Betonpumpe ist daher in den meisten Anwendungsfällen technisch besser und wirtschaftlich sinnvoller als die Förderung per Krankübel. Die Verwendung der Betonpumpe erlaubt auch schnellere Betoniergeschwindigkeiten, wenn entsprechend viele Verdichtungsgeräte und Personen für die Verdichtung zur Verfügung stehen. Bei Kleinbaustellen, bei denen ein Betonbauer auch den Kran bedient, sind bei Kranentladung vier Personen erforderlich, von denen nur einer rüttelt und damit die maximale Einbauleistung bestimmt. Bei gleicher Mannschaft und Einsatz der Betonpumpe könnten drei Mann den Einbau übernehmen, sofern drei Rüttelflaschen vorhanden sind.Bei größeren Baustellen, wird der Kran auch für viele andere Gewerke benutzt. Somit muss vorab gut disponiert werden, dass der Kran während der Betonage nicht zum Umsetzen von Gerüstteilen, Transport von anderen Baumaterialien o. ä. gebraucht wird. Hier ist die Unabhängigkeit vom Kran häufig bereits entscheidend für den Einsatz der Betonpumpe. Immer häufiger soll aufgrund beengter Baustellenverhältnisse die Betonentladung relativ weit von der eigentlichen Baumaßnahme erfolgen. Hier bieten sich Lösungen mit Betonpumpen längerer Mastgröße an, womit der Beton leicht auch über Hindernisse hinweg gefördert werden kann. Übliche Normalbetone werden durch das Pumpen in ihren Eigenschaften nicht verändert. Bei Betonen mit Luftporenbildenden Zusatzmittel (LP-Beton), der für hohen Frosttaumittelwiderstand zu verwenden ist, wird durch den hohen Pumpendruck üblicherweise der Luftgehalt während des Pumpens geringfügig reduziert. Da der Frischluftgehalt beim Einbau maßgebend ist, sollte hier durch Eignungsversuche der entsprechende Ausgangsluftgehalt so festgelegt werden, dass die Anforderungen an der Einbaustelle - also nach Pumpe - sicher eingehalten werden. Ähnliche Überlegungen gelten für Leichtbetone, hier kann der Pumpendruck, Wasser in die Hohlräume der Leichtzuschläge pressen, die Auswirkungen und zugehörige Steuerungsmaßnahmen sind durch entsprechende Versuche vorher festzulegen. Damit lassen sich auch diese etwas empfindlicheren Frischbetone zuverlässig pumpen, wie die erfolgreiche Tagespraxis beweist.
Kleinere Betonagen
Für Anwendungen bis etwa 14 m³ hat sich die Fahrmischer-Pumpe (PUMI) bewährt. Dabei handelt es sich um einen Fahrmischer mit angebauter Pumpe. Insbesondere für Anwendungen mit Kleinmengen wie beispielsweise bei Umbau und Instandsetzungen sind diese Geräte ideal. Die Reichweite ist für den Mehrfamilienhausbau meist ausreichend und die sonst bei Einsatz von Schubkarre und Kübel erforderliche lange Standzeit der Mischer lässt sich deutlich verkürzen.