Minijob-Zentrale der Knappschaft verzeichnet Anstieg auf 5,9 Millionen geringfügig Beschäftigte.

Minijob-Zentrale der Knappschaft verzeichnet Anstieg auf 5,9 Millionen geringfügig Beschäftigte.
[Berlin, den 4. November 2003]

Haushaltsscheckkampagne bewirbt Minijobs im Privathaushalt

Die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse, Minijobs, sind im Rahmen der Hartz-Gesetze seit dem 1. April diesen Jahres neu geregelt worden. Gleichzeitig wurde das Meldeverfahren vereinfacht und der Bundesknappschaft die Aufgabe der zentralen Melde- und Einzugsstelle übertragen.Bereits Mitte Juli gab die Geschäftsführung der Knappschaft - Dr. Georg Greve und Dr. Ulrich Roppel - gemeinsam mit Bundesministerin Ulla Schmidt erstmals Zahlen zur Entwicklung der 400-Euro Minijobs bekannt. Die erfolgreiche Bilanz: Insgesamt 5,8 Millionen Minijobber konnte die Minijob-Zentrale der Knappschaft verzeichnen; damit war die Zahl der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse um 1,6 Millionen angestiegen. Davon waren 930.000 Minijobs neu entstanden.

Heute präsentierte die Geschäftsführung der Bundesknappschaft, Dr. Georg Greve und Dr. Ulrich Roppel, in Berlin erneut aktuelle Zahlen zur Entwicklung der 400-Euro-Minijobs. Demnach sind die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse von 5,8 Millionen auf 5,9 Millionen angestiegen. Es ist davon auszugehen, dass damit mehr als 1 Million Minijobs seit der Neuregelung neu entstanden sind. Hinzu kommen rd. 817.000 kurzfristige Minijobs und etwas mehr als 36.000 Minijobs im Privathaushalt. Insgesamt seien damit 6.727.931 Minijobber gemeldet. "Besonders erfreulich", so der Erste Direktor der Bundesknappschaft, Dr. Georg Greve, "ist es, dass in den letzten 3 Monaten allein rd. 260.000 Minijobs neu entstanden sind."

Der Anstieg der Minijobs in Deutschland deute darauf hin, dass die Neuregelung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern angenommen worden seien und die Hartz-Gesetze positive Auswirkungen zeigten.

"Dies gilt insbesondere für den Bereich des Privathaushaltes", sagte Dr. Ulrich Roppel. So seien vor der Neuregelung bundesweit 27.000 geringfügig entlohnte Beschäftigte in den amtlichen Statistiken gemeldet gewesen. Lediglich rund 5.600 Arbeitgeber hätten das alte Haushaltsscheckverfahren genutzt. Mit der Neuregelung, der besonderen Förderung des Privathaushaltes und dem vereinfachten Haushaltsscheckverfahren, seien bis Ende Juni über 33.000 Minijobber im Privathaushalt angemeldet worden. Demgegenüber verzeichnet die Minijob-Zentrale heute rund 45.500 angemeldete Minijobs im Privathaushalt. Ein Anstieg von 30,4 Prozent innerhalb von einem Vierteljahr."Trotz der gestiegenen Anmeldungen der Minijobs im Privathaushalt kann uns die Entwicklung aber nicht zufrieden stellen", so Dr. Roppel. Bundesweit sind schätzungsweise - je nach Datenbasis - zwischen 1,2 Mio. bis 2,9 Mio. Personen als Haushaltshilfe in Privathaushalten beschäftigt. "Deswegen sehen wir vor allem im Bereich des Privathaushaltes ein erhebliches Potenzial, Personen aus der Schwarzarbeit in legale Beschäftigungsverhältnisse zu führen", so Dr. Roppel.

Haushaltsscheckkampagne wirbt für Minijobs im Privathaushalt

Aufgabe der Minijob-Zentrale ist es, verstärkt und offensiv über die Vorteile der Minijobs im Privathaushalt zu informieren. Unter dem Motto "Sie brauchen Ihre Haushaltshilfe nicht zu verstecken. Ganz einfach anmelden - sie hat es verdient!" startet die Knappschaft jetzt eine "Haushaltsscheckkampagne". Erster Direktor Greve: "Unser Ziel ist es, verstärkt darauf hinzuwirken, Privatpersonen mit der Hilfe des Haushaltsschecks ein Bewusstsein für die Rolle als Arbeitgeber zu geben und dadurch auch den Minijobber in ein sozialversicherungsrechtlich abgesichertes Arbeitsverhältnis zu führen." Niemand müsse seine Haushaltshilfe verstecken, schon gar nicht aus Gründen der Steuern oder Abgaben. "Leider", so Greve, "ist heute im Bereich des Privathaushaltes immer noch der "Schwarzfall" der Normalfall. Wir wollen, dass der Minijobfall zum Normalfall wird".

Dabei gelte es, die Vorteile der Minijobs im Privathaushalt klar herauszustellen:

So zahlt der Minijobber keine Sozialabgaben und in der Regel auch keine Steuern. Er hat Anspruch auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der Arbeitgeber kann sich bei einem angemeldeten Arbeitsverhältnis einen großen Teil der Lohnfortzahlung von der Minijob-Zentrale erstatten lassen. Darüber hinaus erwirbt der Minijobber Rentenansprüche.
Der Arbeitgeber im Privathaushalt wird gegenüber gewerblichen Arbeitgebern besonders gefördert. Er zahlt maximal 13,3 Prozent der Lohnsumme an Abgaben an die Minijob-Zentrale; 5 Prozent zur Rentenversicherung, 5 Prozent zur Krakenversicherung, 1,3 Prozent zur Lohnfortzahlungsversicherung und gegebenenfalls 2 Prozent einheitliche Pauschsteuer. Gleichzeitig kann der private Arbeitgeber jährlich 10 Prozent seiner Gesamtausgaben, maximal 510 Euro, von der Steuerschuld abziehen.

Der Arbeitgeber muss lediglich ein einfaches Formular, den so genannten "Haushaltsscheck", zusammen mit seinem Arbeitnehmer ausfüllen, unterschreiben und an die Minijob-Zentrale der Knappschaft senden. Einen Großteil der sonst üblichen Arbeitgeberpflichten übernimmt die Minijob-Zentrale.

Die Haushaltsscheckkampagne der Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft bewirbt mit Anzeigen und Plakaten offensiv das Haushaltsscheckverfahren. Darüber hinaus ist im Internetauftritt, www.minijob-zentrale.de, der Bereich "Minijobs im Privathaushalt" erheblich ausgebaut worden. Zudem wird zur Zeit die Broschüre "Minijobs in Privathaushalten" neu aufgelegt und unter anderem um steuer-, sozialversicherungs- und arbeitsrechtliche Kapitel ergänzt.

Alle Fragen rund um die Minijobs beantworten die Mitarbeiter/innen des Service-Centers der Minijob-Zentrale, montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, unter der gebührenfreien Rufnummer 08000 200 504.

West
Ost
Gesamt
Geringfügig entlohnte Beschäftigte
5.057.366
817.683
5.875.049
Kurzfristig Beschäftigte
650.393
166.224
816.617
Geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten im Haushaltsscheckverfahren
33.302
2.963
36.265
Geringfügig Beschäftigte - insgesamt -
5.741.061
986.870
6.727.931


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