Umweltministerin Bärbel Höhn: Unternehmen stehen für den Erfolg des nachwachsenden Rohstoffes Hanf

Umweltministerin Bärbel Höhn: Unternehmen stehen für den Erfolg des nachwachsenden Rohstoffes Hanf
Das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilt mit:

Umweltministerin Bärbel Höhn appellierte heute auf dem 2. NRW-Hanftag an die Wirtschaft, in den nachwachsenden Rohstoff Hanf zu investieren, damit sich die vielseitig verwendbare Hanffaser als Rohstofflieferant in Nordrhein-Westfalen durchsetzen kann. Rund 170 Teilnehmer haben heute auf dem Hanftag auf Haus Düsse, der Lehr- und Versuchsanstalt der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Informationen über Anbau-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten ausgetauscht. Aus den Hanffasern können Dämmstoffe, Textilien, Papier, Möbel oder Formteile für Auto-Innenverkleidungen hergestellt werden. Erste Gespräche im Ministerium in dieser Woche haben das hohe Interesse der Industrie an diesem Rohstoff gezeigt, versicherte Bärbel Höhn.

1996 werden in NRW rund 30 Hektar Hanf angebaut. 1982 wurde der rauschmittelarme Hanfanbau in Deutschland verboten und erst in diesem Jahr auf Betreiben von Nordrhein-Westfalen wieder zugelassen, deshalb müssen erst einmal neue, kräftige Hanfpflanzen gezüchtet werden. Die Ministerin zeigte sich von der Größe der Pflanzen auf den Hanf-Versuchsflächen beeindruckt. "Aber Ziel unserer Bemühungen kann nicht nur die Erzeugnung einer stattlichen Pflanze sein, für Landwirte sowie für Verarbeiter und Vermarkter ist letztendlich die wirtschaftliche Seite dieses Produkts entscheidend", betonte die Ministerin und erklärte weiter: "Es ist wichtigt, daß bei der Neuerschließung des Marktes für Hanf ganzheitlich in Produktionsketten gedacht und gearbeitet wird. Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung müssen aufeinander abgestimmt und entwickelt werden."

Die Ministerin wandte sich entschieden gegen eine Empfehlung der Bundesregierung, die aufgrund einer Kleinen Anfrage bezüglich der wirtschaftlichen Chancen des Nutzhanfanbaus ausgesprochen worden war. Darin hieß es, daß interessierte Industriezweige den Hanf "preiswert und unproblematisch" aus dem Ausland beziehen können. "Damit vergibt man Chancen, die sich hier für landwirtschaftliche Betriebe auftun", sagte Bärbel Höhn. "Aus ökologischer, aber auch ökonomischer Sicht erweitert sich die Produktpalette für Landwirte aus unseren Regionen - das sollte nicht unterschätzt werden!"

Die Ministerin hatte im Frühjahr das NOVA-Institut Köln beauftragt, die Marktchancen für Hanferzeugnisse aus NRW und damit für den hiesigen Hanfanbau zu ermitteln. Die Ergebnisse der Studie liegen zum Jahresende vor. Für den Hanf mit seiner breiten Palette an Verarbeitungsmöglichkeiten erwarte sie Impulse und Ideen aus der Wirtschaft, so Bärbel Höhn: "Es müssen sich jetzt Unternehmen finden, die bereit sind, in neue Produkte und Verfahren zu investieren. Der Staat kann dabei nur begleitend helfen.


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