Nordrhein-Westfälische Firmen haben Fleisch aus den verdächtigen Hamburger Warenpartien verarbeitet und bundesweit verkauft

Nordrhein-Westfälische Firmen haben Fleisch aus den verdächtigen Hamburger Warenpartien verarbeitet und bundesweit verkauft
Das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilt mit:

Nach Ermittlungen des Zollkriminalamtes hat ein mittelständischer Betrieb aus NRW 10 Tonnen Fleisch aus der fraglichen Lieferung der Hamburger´Fleischimportfirma erhalten und weiterverarbeitet. Die Hamburger Importeure hatten nach Informationen des Hamburger Zollkriminalamtes 116 Tonnen Fleisch in einem Bochumer Kühlhaus zwischengelagert und von dort 10 Tonnen an die Firma in Ostwestfalen weiterverkauft. Anfang Juni hat diese die Ware dann zu Fleischwurst verarbeitet. Anschließend ist die gesamte Produktion aus dieser Partie an einen Großhändler in NRW weiterverkauft worden, der seine Waren bundesweit vertreibt.Die Zollfahndung teilte unterdessen heute mit, daß gegen die Firma als "unverdächtige Dritte" ermittelt wurde und kein Verdacht auf illegales Handeln in NRW bestehe.

Nach Gesprächen mit der Firma hat diese dem Umweltministerium erklärt, daß die Ware Anfang Juni verarbeitet und eine Woche später an den Großhändler geliefert worden ist. Diese Wurst sei maximal vier Wochen haltbar, so daß sie zum jetzigen Zeitpunkt entweder verzehrt oder ungenießbar geworden sei.

"Ob das verarbeitete Fleisch aus Großbritannien stammt, oder nicht, ist immer noch unklar", betonte Bärbel Höhn heute. "Unerträglich ist für mich, daß wir bis heute keine offiziellen Informationen über die Fahndungsergebnisse haben", sagte Bärbel Höhn. "Deshalb fordere ich eine sofortige Bund-Länder-Besprechung in Bonn, damit wir alle auf den Stand der Dinge gebracht werden."

Nach Ansicht der Landwirtschaftsministerin scheinen die Kontrollen bei der Ausfuhr aus GB nicht zu greifen. Fleisch, das aus Großbritannien über andere Länder mit gefälschten Stempeln und Papieren in die EU gelangt, kann bei uns in NRW durch die Kontrollen nicht mehr als britisches Fleisch identifiziert werden. "Es ist eine kriminelle Geschäftemacherei auch mit EU Subventionen im Gange, die inzwischen ein groteskes Bild auf den Verbraucherschutz wirft", so Bärbel Höhn weiter. Gleichzeitig sei aber aufschlußreich, daß bei allen fraglichen Lieferungen kein hochwertiges Rindfleisch im Umlauf sei. "Das läßt die Vermutung zu, daß Bauchlappen und Ochsenschwänze, die in Großbritannien nur noch einen sehr niedrigen Gewinn bringen, weil der Markt übersättigt ist, als Billigfleisch für die europäische Wurstverarbeitung eingesetzt wird. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, daß es sich nicht um BSE-infiziertes Fleisch handelt; - aber das müssen die weiteren Ermittlungen ergeben."


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