Umweltministerin Bärbel Höhn fordert Begrenzung der Verkaufsflächen der Factory-Outlet-Center in Roermond und Maasmechelen - Wettrüsten der Einkaufszentren zulasten der Innenstädte verhindern
Umweltministerin Bärbel Höhn hat ihre für Raumordnung zuständigen Kollegen der Niederlande und des belgischen Flandern sowie der niederländischen Provinz Limburg in einem Schreiben gebeten, die Verkaufsflächen der geplanten Factory-Outlet-Center in Roermond und in Maasmechelen auf vergleichbare Größenordnungen wie bei den geplanten Factory-Outlet-Centern in Grevenbroich und Hückelhoven zu beschränken."Mir geht es um die Attraktivität unserer Innenstädte diesseits und jenseits der Grenze. Ein Wettrüsten übergroßer Einkaufszentren außerhalb der gewachsenen Zentren zieht die Kaufkraft aus den Städten, bedroht den Einzelhandel und damit die Vielfalt und Vitalität unserer Innenstädte.
In Grevenbroich und Hückelhoven ist es dank der Anstrengung der beteiligten Behörden und Verbände gelungen, sich auf innenstadtnahe Standorte zu einigen und die Größenordnung der geplanten Factory-Outlet-Center erheblich zu reduzieren. Damit hat Nordrhein-Westfalen auch sichergestellt, daß die Nachbarstädte jenseits der Grenze nicht unzumutbar benachteiligt werden", erklärte Umweltministerin Bärbel Höhn.
Die Ministerin bittet ihre Amtskollegen, die Verkaufsflächen der geplanten Factory-Outlet-Center in Roermond und Maasmechelen auf jeweils maximal 10.000 qm Verkaufsfläche zu begrenzen. In ihrem Schreiben teilt Bärbel Höhn die Besorgnis der Wirtschaft und der Kommunen auf deutscher Seite, daß die angedachten Planungen mit Verkaufsflächen bis zu 30.000 qm in Roermond und Maasmechelen zu einer erheblichen Schädigung des Einzelhandels im deutschen Grenzraum führen könnten.
Zum Vergleich: Die Verkaufsfläche des neuen Factory-Outlet-Centers in Grevenbroich soll nicht mehr als 6.500 qm betragen, in Hückelhoven maximal 7.780 qm.
Um die Entwicklung von Factory-Outlet-Center zwischen den Staaten und Provinzen besser zu koordinieren, hat die Umweltministerin 1998 das Projekt "TRADE" ins Leben gerufen. Im Zuge eines gegenseitigen Erfahrungsaustauschs sollen bis Mitte 2000 einheitliche Planungskriterien erarbeitet werden. Bis dahin hat Ministerin Bärbel Höhn ein "Moratorium" vorgeschlagen: im jeweiligen Land sollen nur noch Ansiedlungen genehmigt werden, die auch im Nachbarland genehmigungsfähig wären.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft, Tel. 0211/4566 294 oder 295.