Staatssekretär Dr. Thomas Griese: Vereinbarung zum Erhalt des europäischen Naturerbes in Burbach und Neunkirchen unter Dach und Fach
Der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Thomas Griese, der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Elmar Schneider, der Regierungspräsident Wolfram Kuschke, der Bürgermeister von Burbach, Herman-Josef Dröge und der Beigeordnete von Neunkirchen, Roland Butz, haben heute in Burbach gemeinsam mit Vertretern aus der Land- und Forstwirtschaft, dem ehrenamtlichen Naturschutz und der Biologischen Station Rothaargebirge eine Vereinbarung zum Schutz und zum Erhalt des europäischen Naturerbes in Burbach und Neunkirchen unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung ist der Weg frei, das 4.484 ha umfassende EG-Vogelschutzgebiet "Wiesen und Wälder bei Burbach und Neukirchen" sowie 8 FFH-Gebiete in diesem Raum nach Brüssel zu melden. Bei den FFH-Gebieten handelt es sich um das "Gilsbachtal", den "Rübgarten", das "Weier- und Winterbachtal", den Bereich "Großer Stein mit angrenzenden Buchenwäldern", den "Hickengrund", das "Buchhellerquellgebiet" und das Gebiet "In der Gambach". Das FFH-Gebiet "Bergwiesen Lippe mit Buchheller- und Mischebachtal" wird erst dann gemeldet, wenn die Abstimmung mit den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz durch das Bundesumweltministerium erfolgt ist.
Staatssekretär Dr. Thomas Griese: "Diese Kulturlandschaft, zu deren Schutz und Erhalt wir heute die vertragliche Vereinbarung unterzeichnen, haben Landwirte erschaffen. Die Vereinbarung dient der Natur und den Menschen, denn diese Gebiete bieten mit ihren abwechslungsreichen Strukturen seltenen Tieren und Pflanzen wertvollen Lebensraum. Den Landnutzern geben wir damit Planungssicherheit und mit dem Programm "Ländlicher Raum" jährliche Ausgleichszahlungen für die naturverträgliche Nutzung. Gleichzeitig kann jetzt
der 10-jährige Streit um die Aufstellung des Landschaftsplans Burbach durch einen raschen Kreistagsbeschluss beendet werden."
Die Borstgrasrasenflächen und die Bergmähwiesen in Burbach und Neunkirchen sind Dank der gemeinsamen Anstrengungen des Naturschutzes und der Landwirtschaft hervorragend erhalten. Sie sind repräsentativ für die Naturräume Siegerland und Westerwald. Innerhalb der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind diese blumen- und artenreichen Wiesen ein Juwel des europäischen Naturerbes. Die Wälder sind besonders bedeutend für den Fortbestand des Haselhuhns, da sich dort seine letzten Brutvorkommen in Nordrhein-Westfalen befinden, aber auch für andere im Wald lebende Vogelarten, wie z.B. den Grau- und Schwarzspecht.
Mehr Informationen zu allen Flächen, die als Teil des Netzes europäischer Vogel- und FFH-Schutzgebiete an die EU gemeldet werden, können abgerufen werden unter: www.natura2000.munlv.nrw.de.