Umweltministerium NRW und Stadt Duisburg empfehlen Verzicht auf den Verzehr von Fisch aus dem Fanggebiet Hafen Diergard
Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen und die Stadt Duisburg empfehlen aus Vorsorgegründen, auf den Verzehr von Fischen aller Art aus dem Fanggebiet des Hafens Duisburg-Diergard zu verzichten. Die Stadt Duisburg wird zudem die bestehende Angelerlaubnis für dieses Gebiet aufheben. Die Schifffahrtsbehörden wurden gebeten, eine Absperrung dieses Gebietes und die Aufstellung von Hinweisschildern zu veranlassen.Anlass für diese Maßnahmen sind deutlich erhöhte Dioxinwerte, die von den Umweltbehörden in Aalen dieses Fanggebietes ermittelt worden sind. Die Dioxingehalte in den Aalen liegen zwischen 5,3 und 8,7 Pikogramm Toxizitätseinheiten pro Gramm Frischgewicht. Umgerechnet auf eine Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht bedeutet dies bei einem Verzehr von 100 Gramm Aal eine zusätzliche mittlere Dioxinaufnahme, die um den Faktor 15 über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation für die tägliche Aufnahme liegt.
Die Umweltbehörden waren bei den Sedimentuntersuchungen im Hafen Duisburg-Diergard auf ungewöhnlich hohe Dioxinbelastungen gestoßen. Nähere Untersuchungen mit dem landeseigenen Laborschiff "Max Prüss" und mit einer Tauchglocke der Bundesschifffahrtsverwaltung ergaben auf einer Strecke von 150 Meter entlang des aufgeschütteten Dammes zum Rhein Dioxinwerte zwischen 1000 und 3000 Nanogramm pro Kilogramm Sediment in der Schicht bis 80 Zentimeter Tiefe. Die Ursachen und Zusammenhänge dieser Belastungen sind bisher nicht bekannt und werden von den Umweltbehörden weiter untersucht.