Umweltministerin Bärbel Höhn: Strafanzeige und Überprüfung der Zuverlässigkeit der B.U.S.- Betreiber
Strafanzeige gegen die Firma B.U.S. Metall GmbH und die Überprüfung der Zuverlässigkeit der Betriebsleitung und des Vorstandes sind das vorläufige Ergebnis der Ermittlungen des Staatlichen Umweltamtes Duisburg zu den Ursachen der Betriebsstörung am vergangenen Samstag auf dem Gelände des Duisburger Recyclingunternehmens. Die Ermittlungen haben ergeben, dass die Firma B.U.S. eine transportable Kleinsiloanlage eingesetzt hat, für die erstens keine Genehmigung vorhanden ist und die zweitens nicht dem Stand der Technik entspricht. So fehlt zum Beispiel eine Abluftreinigung, es gibt keine Sicherung gegen Überfüllung und es liegt keine Betriebsanweisung vor. Ein Weiterbetrieb dieser Anlage wurde der Firma B.U.S. untersagt."Die Zustände bei B.U.S haben sich nur scheinbar gebessert: wenn etwas passiert ist, ruft das Unternehmen schnell die Behörden an. Aber gehandelt wird wie bisher. Verantwortliche der Firma haben jetzt zum wiederholten Mal eindeutig gegen die Betriebsgenehmigungen verstoßen", sagte Bärbel Höhn heute in Düsseldorf. "Da geht weiter Profit vor Sicherheit. Man hat offenbar in Kauf genommen, dass die Menschen in der Umgebung und die Umwelt hätten geschädigt werden können. Denn wenn an dem Tag des Vorfalls starker Wind gewesen wäre, dann hätte es den dioxinhaltigen Staub wieder im ganzen Stadtteil verweht."
Die Ministerin hat angeordnet, dass unabhängige Sachverständige auf Kosten der Firma B.U.S. das Management überprüfen, um durch Beseitigung von Fehlerquellen einen ordnungsgemäßen Betrieb zu ermöglichen. Zudem wird angeordnet, dass bis dahin - ebenfalls auf Kosten der Firma - durch unabhängige Sachverständige alle Arbeiten kontrolliert werden, bei denen eine Gefährdung entstehen kann.
Bei der Firma B.U.S. war es am Samstag, 29. April, beim Befüllen von Bigbags mit dioxinbelasteten Filterstäuben zu einer Betriebsstörung gekommen, bei der ca. 500 bis 1.000 Kilogramm Staub austraten. Der Staubniederschlag konzentrierte sich auf den Bereich der Abfüllanlage. Die Analyse von Staubproben durch das Landesumweltamt ergab eine Dioxinkonzentration von 191 Mikrogramm pro Kilogramm Staub. Die Firma Haniel hatte als Subunternehmer für die Firma Trienekens von B.U.S den Auftrag, diesen Sonderabfall aus der transportablen Kleinsiloanlage in Bigbags umzufüllen und dann zur Untertagedeponie Herfa-Neurode weiterzutransportieren.