Umweltministerin Bärbel Höhn: 1200 SchulanfängerInnen und ihre Mütter in Dortmund und Duisburg werden ärztlich untersucht
In den kommenden vier Monaten werden ca.1200 SchulanfängerInnen und ihre Mütter in Dortmund und Duisburg gebeten, sich freiwillig an einer umfangreichen humanmedizinischen epidemiologischen Wirkungsuntersuchung zu beteiligen. Die Untersuchungen sind Bestandteil einer von Umweltministerin Bärbel Höhn in Auftrag gegebenen Studie über die Auswirkungen verschiedener Luftschadstoffe aus Industriebetrieben auf die menschliche Gesundheit in besonders belasteten Stadtteilen. In Dortmund ist das die Umgebung des Stahlwerkes Thyssen-Krupp in Hoerde und in Duisburg sind es die Bereiche rund um die Thyssen-Kokerei in Bruckhausen und die Umgebung der Firmen B.U.S und MIM in Hüttenheim/Angershausen."Alle Eltern werden dringend gebeten, sich freiwillig mit ihren Kindern an diesen Untersuchungen zu beteiligen," appelliert Umweltministerin Bärbel Höhn die Bevölkerung in den jeweiligen Stadtteilen. "Je mehr Kinder und Erwachsene teilnehmen, desto verlässlicher sind die Ergebnisse. Die beteiligten Behörden und Institute werden die Vertraulichkeit gewährleisten und jeder Teilnehmerin ihre eigenen Untersuchungsergebnisse zur Verfügung stellen."
In den drei Belastungsschwerpunkten sollen jeweils ca. 400 SchulanfängerInnen und ihre Mütter umfangreich ärztlich untersucht werden. Großen Raum nimmt zudem eine Fragebogenaktion ein, bei der ausführlich und detailliert Informationen zu den Lebensumständen und den sonstigen Belastungen der Kinder und Mütter abgefragt werden. Dies erfolgt, um die Belastungen durch Luftverunreinigungen von individuellen Belastungen wie z. B. Rauchen oder Innenraumluftverunreinigungen abgrenzen zu können.
An allen drei Standorten wird es eine einheitliche Basisuntersuchung geben. Darüber hinaus wird in Dortmund-Hoerde ein besonderes Augenmerk auf die Belastungen durch Chrom und Nickel gelegt, weil hier das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen in umfangreichen Messungen kürzlich festgestellt hat, dass die Luftverunreinigungen durch die genannten Stoffe über denen im übrigen Ruhrgebiet liegen. In Duisburg-Bruckhausen werden Belastungen durch typische Luftverunreinigungen aus Kokereien - polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Benzol - untersucht. In Duisburg-Hüttenheim/Angershausen wird der Bleigehalt im Blut und der Cadmium-Gehalt im Blut und Urin ermittelt. Im weiteren Verlauf sind noch spezielle Untersuchungen zur Belastung durch Dioxine und Furane vorgesehen.
Die Organisation der gesamten Untersuchung liegt in den Händen des Landesumweltamtes des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Untersuchungen selbst werden durch das Medizinische Institut für Umwelthygiene an der Universität Düsseldorf und andere Institute, wie der Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin der Ruhr-Universität Bochum, vorgenommen. Außerdem wurde ein wissenschaftlicher Beirat gegründet, der Arbeitsweise, Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem Untersuchungsvorhaben beraten soll. Die örtlichen Gesundheitsämter wurden um Unterstützung und Mithilfe gebeten. Ihr Einsatz ist mit dem Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit NRW abgestimmt. In Dortmund beginnen die Untersuchungen am 21. Februar und in Duisburg am 10. April 2000.
Wer aus den genannten Stadtteilen an den Untersuchungen teilnehmen möchte, kann sich bei folgenden Stellen melden:
Gesundheitsamt der Stadt Dortmund
Hövelstraße 8
Tel. 0231 / 5022539
Gesundheitsamt der Stadt Duisburg
Landfermannstraße 1
Tel.0203 / 2832701.