Staatssekretär Dr. Thomas Griese: Umstellung auf Ökolandbau stärker fördern - Verdoppelung der Flächenprämien geplant
Das NRW-Landwirtschaftsministerium will mehr Landwirte für den ökologischen Landbau gewinnen. Vor allem in der Startphase der Umstellung vom konventionellen zum ökologischen Landbau sollen die Betriebe mehr Fördergelder erhalten. Denn in dieser Zeit müssen die Betriebe zwar nach den strengen Vorschriften der EU-Verordnung Ökologischer Landbau wirtschaften, dürfen ihre Produkte aber noch nicht als Ökolebensmittel - und damit zu höheren Preisen - vermarkten.
Die Pläne des Landwirtschaftsministeriums sehen nun vor, die Flächenprämien in den ersten beiden Jahren der Umstellung gegenüber den bisherigen Prämien zu verdoppeln. Für Acker- und Dauergrünlandflächen sind in den ersten beiden Jahren jeweils 800 DM/ha, für Gemüsebauflächen 2000 DM/ha und für Dauerkulturflächen 3800 DM/ha geplant. Neu ist eine gesonderte Förderung für Unterglasflächen vorgesehen. Pro 1000 m2 soll in den ersten beiden Jahren 8000 DM, im 3. - 5. Jahr 4000 DM und im 6. - 10. Jahr 2000 DM gezahlt werden. Damit will das Landwirtschaftsministerium vor allem den Bio-Anbau von stark nachgefragten Gemüsesorten wie Tomaten und Gurken fördern, für die es in NRW bislang viel zu wenig ökologische Anbauflächen gibt. Staatssekretär Dr. Thomas Griese: "Die Anhebung der Flächenprämien wird zwar vorwiegend aus Landesmitteln finanziert, muss aber von der EU-Kommission genehmigt werden. Ich hoffe, dass Brüssel rasch und positiv entscheidet. Denn wir wollen die höheren Prämien noch in diesem Jahr anbieten, um die Startschwierigkeiten der Betriebe besser abzufedern. Darüber hinaus planen wir ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Ausweitung des ökologischen Landbaus in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören zum Beispiel mehr Fördermittel für die Vermarktung von Ökoprodukten, für Investitionen in artgerechte Tierhaltung und für die Öffentlichkeitsarbeit."
In den vergangenen drei Jahren hat sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Nordrhein-Westfalen stark vergrößert. Sie wuchs im Schnitt jährlich um 13 Prozent auf insgesamt rund 25.000 Hektar, verteilt auf rund 700 landwirtschaftliche Betriebe. Dies reicht aber bei weitem nicht aus, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Sowohl Naturkost- als auch Lebensmittelhandel melden Umsatzzuwächse von 30 - 70 %. In manchen Produktbereichen ist der Bio-Markt nahezu ausverkauft.
Künftig vorgesehene Förderung:
Förderung pro ha
Umstellung
1. - 2. Jahr
Umstellung
3. - 5. Jahr
Beibehaltung
Acker- und Dauergrünlandfläche
800
400
300
Gemüsebau- und Zierpflanzenfläche
2000
1000
500
Dauerkultur- einschließlich Baumschulfläche
3800
1900
1400
Unterglasfläche (pro 1000 m²)
8000
4000
2000
Bislang gezahlte Förderung:
Förderung pro ha
Umstellung
1. - 5. Jahr
Beibehaltung
6. - 10. Jahr
Acker- und Dauergrünlandflächesonst. landw. genutzte Fläche
(Zierpflanzen-, Baumschulfläche)
400
300
Gemüsebaufläche
1000
500
Dauerkulturfläche
1900
1400