Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: Acrylamid wurde u.a. in Pommes frites, Snacks und Brot nachgewiesen - NRW stellt Ergebn

Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: Acrylamid wurde u.a. in Pommes frites, Snacks und Brot nachgewiesen - NRW stellt Ergebnisse als erstes Bundesland unter www.munlv.nrw.de ständig aktualisiert ins Netz - Imbisse und Gaststätten werden überprüft

Die amtlichen Untersuchungsergebnisse von Acrylamidgehalten in Lebensmitteln haben ergeben, dass in 32 von bisher insgesamt 39 Proben Acrylamid enthalten war. Untersucht wurden Pommes frites, Nuggets, Zwieback, Chips, Snacks, Kinderkekse, Spekulatius, Vanillekipferln und Knäckebrot. Die Spannweite der Acrylamidgehalte reicht von 20 Mikrogramm pro Kilogramm bei noch nicht zubereiteten Nuggets bis zu 1588 Mikrogramm pro Kilogramm in Kartoffelsticks. In den vergangenen Monaten haben die kommunalen Lebensmittelbehörden der Kreise und kreisfreien Städte, die für die Lebensmittelüberwachung zuständig sind, auf Initiative des Verbraucherschutzministeriums Herstellerfirmen in NRW, die zur Acrylamidbildung neigende Produkte herstellen, überprüft, beraten und auf ihre Sorgfaltspflichten hingewiesen. Danach ist jeder Hersteller verpflichtet, einwandfreie und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel herzustellen. Bei Erzeugnissen, deren Acrylamidgehalt einen bestimmten Signalwert* überschreitet, fordern die Überwachungsbehörden die Hersteller auf, Verfahren zur Minimierung des Acrylamidgehaltes zu entwickeln. Zwei davon haben ihren Sitz in NRW.Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: "Wir haben bereits am 15. August 2002 als erstes Bundesland auf der Basis von eigenen Untersuchungen öffentlich Herstellern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, die Frittiertemperatur von Pommes frites auf höchstens 175 °C zu verringern und damit den Acrylamidgehalt entscheidend zu senken. Zudem haben wir eine bundesweite Vorschrift für eine maximale Frittiertemperatur von 175 °C gefordert. Aufgrund dieser Forderung aus NRW werden die Leitsätze des Lebensmittelbuches in dieser Hinsicht durch die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission verändert. Ab der nächsten Woche werden wir in einer Schwerpunktaktion die nordrhein-westfälischen Imbisse und Gaststätten schon im Vorfeld daraufhin überprüfen, ob sie unsere Empfehlung umsetzen. Darüber hinaus bieten wir Verbraucherinnen und Verbrauchern als erstes Ministerium die Möglichkeit, die amtlichen Ergebnisse der Acrylamidgehalte in Lebensmitteln ständig aktualisiert im Internet abzurufen. Acrylamid hat sich in Tierversuchen als krebserregend erwiesen. Inwieweit diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist noch nicht bekannt."

Das Verbraucherschutzministerium weist außerdem daraufhin, dass eine Temperaturverringerung und damit auch eine Reduzierung der Acrylamidbildung beim Braten durch den Ersatz von Öl durch Margarine erreicht werden kann. Pommes frites sollten nur bei maximal 175 °C in der Friteuse oder bei 200 °C Ober- und Unterhitze bzw. maximal 180 °C Umluft im Backofen (mit Backpapier) zubereitet werden.

Dazu Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: "Wir fordern die Hersteller auf, ihre Zubereitungshinweise auf den Verkaufsverpackungen entsprechend zu ändern."

Acrylamid entsteht bei der Zubereitung oder Behandlung von Lebensmitteln bei hoher Temperatur (Frittieren, Backen, Braten, Rösten). Besonders betroffen sind stärkehaltige Lebensmittel und darunter vor allem wasserarme. So findet man die höchsten Gehalte in Kartoffelchips und zubereiteten Pommes frites. Aber auch Knäckebrot, anderes Brot (insbesondere die Kruste), Zwieback, anderes Gebäck, Frühstückscerealien und Kaffee sind betroffen.

* Signalwerte: Zwischen Bund und Ländern ist ein Konzept zur Minimierung der Acrylamidbelastung verabredet worden, das auf so genannten Signalwerten beruht. Zur Ermittlung der Signalwerte für die einzelnen Warengruppen sind die bis dahin vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus Deutschland aufbereitet worden, um diejenigen Erzeugnisse zu identifizieren, die in ihrer Warengruppe zu den 10 % der jeweils am stärksten mit Acrylamid belasteten Lebensmitteln gehören. Darüber hinaus werden alle Lebensmittel in die Minimierungsstrategie einbezogen, die Acrylamidgehalte oberhalb von 1000 Mikrogramm/Kilogramm aufweisen. Bei diesen Erzeugnissen werden die Hersteller aufgefordert, die Gehalte zu reduzieren, so dass zuerst die Herstellverfahren für Produkte mit den höchsten Acrylamidanteilen verändert werden und anschließend die Gehalte in Produkten mit niedrigeren Werten minimiert werden.

Die aktuellen Signalwerte:
Kartoffelknabbererzeugnisse (inkl. Chips) 1514 Mikrogramm/Kilogramm
Pommes frites verzehrfertig 767 Mikrogramm/Kilogramm
Feine Backwaren aus Mürbeteig (u.a. Butterkekse) 797 Mikrogramm/Kilogramm
Kaffeepulver 366 Mikrogramm/Kilogramm
Knäckebrot 612 Mikrogramm/Kilogramm
Frühstückscerealien 257 Mikrogramm/Kilogramm

Die aktuellen Ergebnisse der amtlichen Untersuchungen


Angebote und Gesuche im Marktplatz

Eigene Anzeige Verkauf/Gesuch - OHNE Anmeldung KOSTENLOS Eintragen !