Staatssekretär Dr. Thomas Griese: Projekt "Industriewald Ruhrgebiet" soll ausgebaut werden - Ehemalige Brachflächen bieten Platz für Natur und Erholungssuchende
Das Umweltministerium will im Rahmen des Projekts "Industriewald Ruhrgebiet" weitere Flächen zur Renaturierung im Ruhrgebiet gewinnen. Ziel ist die Weiterentwicklung von Industriebrachen in naturnahe Erholungsgebiete. Das teilte heute Staatssekretär Dr. Thomas Griese anlässlich der konstituierenden Sitzung des Sachverständigenrates des Projekts in der Gelsenkirchener Forststation Rheinelbe mit. Gleichzeitig ist der Vorsitz zum Projekt "Industriewald Ruhrgebiet" vom Städtebauministerium auf das Umweltministerium übergegangen. Zu den betreuten Flächen gehören derzeit rund 192 Hektar. Hiervon umfassen die Teilflächen der ehemaligen Gelsenkirchener Zechen Rheinelbe und Alma über 50 Hektar. In Gelsenkirchen sind zudem 40 Hektar auf der ehemaligen Zeche Bismarck und 20 Hektar auf der Südhalde der ehemaligen Zeche Rheinelbe in Vorbereitung.
Staatssekretär Dr. Thomas Griese: "Durch den wirtschaftlichen Strukturwandel im Ruhrgebiet sind mehr als 10.000 Hektar einstiger Industrieflächen teilweise brach gefallen. Aufgrund einer weitgehend ungestörten Entwicklung haben viele dieser überwiegend ehemaligen Zechen- oder Stahlwerksstandorte als bauliche, technische und landschaftliche Zeitzeugen einen hohen Wert für die Menschen und bieten neuen Platz für Natur in der Stadt. Mit diesem Projekt werden durch minimale Planung und kostengünstige Pflege die Naturausstattung, der Charakter und die Vielfalt dieser Flächen erhalten und behutsam entwickelt."
Im Anschluss an die Sitzung des Sachverständigenrates eröffnete Staatssekretär Dr. Thomas Griese in der Forststation Rheinelbe die Ausstellung "Naturentwicklung auf Industriebrachen des Ruhrgebietes - eine Dokumentation der ökologischen Begleitforschung zum Projekt Industriewald Ruhrgebiet". Sie wurde von der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) erstellt und führt die Arbeitsergebnisse wie Zukunftsherausforderungen des Projekts vor Augen.
Das Forstamt Recklinghausen wird Sitz der Geschäftsführung des neuen Sachverständigenrates und koordiniert Förderanträge zur Projektfinanzierung sowie die Flächenakquisition. Die Forststation Rheinelbe leitet die Betreuung der Flächen. Neben Vertretern der beteiligten Ministerien, der Landesentwicklungsgesellschaft NRW GmbH und des Forstamtes Recklinghausen setzt sich der 17-Köpfige Sachverständigenrat unter anderem zusammen aus Vertretern der Wissenschaft, der beteiligten Kommunen, des KVR, der LÖBF, der Deutsche Steinkohle AG, der Entwicklungsgesellschaft Zollverein mbH und der Projekt Ruhr GmbH.
Das Projekt wurde 1995 im Zuge der IBA als Initiative der Landesentwicklungsgesellschaft NRW gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Landesforstverwaltung ins Leben gerufen und wird sowohl vom Städtebau- als auch vom Umweltministerium unterstützt.