Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: Neue Strategien bei der Bekämpfung der Wildschweinepest im Landkreis Euskirchen

Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: Neue Strategien bei der Bekämpfung der Wildschweinepest im Landkreis Euskirchen

Bei der Bekämpfung der Wildschweinepest im Landkreis Euskirchen hat Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland die neu eingerichtete "Task-Force Tierseuchenbekämpfung" eingeschaltet. Die Task-Force ist eine Expertengruppe aus Bund und Ländern. Sie wurde im März dieses Jahres von der Agrarministerkonferenz ins Leben gerufen. Sie ist ein zentraler Baustein innerhalb eines neuen Tierseuchen-Bekämpfungssystems und ist eine Konsequenz aus den Erfahrungen mit der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im vergangenen Jahr.
"Mit der Einladung der Task-Force wollen wir deutlich machen, dass wir auch bei Wildtieren Tierseuchen sehr ernst nehmen und uns an einer schnellen und effektiven Bekämpfung der Seuche gelegen ist," erklärte Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn heute in Düsseldorf. "Dabei nutzen wir auch die Erfahrungen, die andere Länder in den vergangenen Jahren bereits mit der Bekämpfung der Schweinepest bei Wildschweinen gemacht haben. Wir wollen nicht nur die Wildschweine vor Ansteckung schützen, sondern auch ein Übergreifen auf die Hausschweine verhindern."

Seit dem 21. April sind im Landkreis Euskirchen fünf Fälle von Schweinepest bei Wildschweinen festgestellt worden. Diese Fälle gehen ursächlich auf das ausgedehnte Seuchengeschehen im angrenzenden Rheinland-Pfalz zurück. Anders als bei Hausschweinen steht für die Bekämpfung der Seuche im Wildbestand die Impfung zur Verfügung. Deshalb werden die Wildschweine in den betroffenen Gebieten mittels Schluckimpfung immunisiert. Die Gefahr einer Weiterverbreitung besteht dennoch, weil naturgemäß nicht alle Wildschweine durch die Impfung erreicht werden können. Besondere Vorsicht ist daher bei der Jagd geboten. Informationen für Jäger und Landwirte hält der Kreis Euskirchen bereit.

In Rheinland-Pfalz sind in diesem Jahr bereits ca. 170 Fälle von Schweinepest bei Wildschweinen zu verzeichnen. Dabei hat das Virus in sechs Fällen auch auf Hausschweine-Bestände übergegriffen. Von Rheinland-Pfalz ausgehend hat die Schweinepest bei Wildschweinen neben Nordrhein-Westfalen auch das Saarland und Frankreich erreicht.

In den von der Seuche betroffenen Gebieten werden alle geschossenen oder verendeten Wildschweine untersucht. Besitzer von Hausschweinen dürfen innerhalb des Gebietes zwar mit Schweinen handeln; wollen sie aber mit Gebieten außerhalb der Restriktionszonen handeln, sind vorhergehende Blutuntersuchungen an den Schweinen vorzunehmen. Die Europäische Kommission hat für die betroffenen Gebiete Bekämpfungspläne genehmigt, die neben der Impfung und der Untersuchung aller erlegten oder verendeten Wildschweine auch eine verstärkte Jagd vorsehen.


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