Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: Blauer Punkt zeigt Frische von Schweine- und Geflügelprodukten an Kontrollpunkt wird zurzeit in der Wirtschaft erprobt und für den Einzelhandel und den Hausgebrauch weiterentwickelt Testreihen für Hackfleisch und Fisch
Mehr Lebensmittelsicherheit steht im Mittelpunkt eines vom Verbraucherschutzministerium mitfinanzierten Forschungsvorhabens der Universitäten Bonn und Bayreuth. Wissenschaftler entwickelten blaue Kontrollpunkte, die ihre Farbe mit abnehmender Frische des Fleisches - z.B. durch eine Unterbrechung der Kühlkette verändern und verblassen. Eine Farbskala lässt auf den ersten Blick erkennen, wie frisch das Produkt ist. Der blaue Punkt, der sich abhängig von der verstrichenen Zeit und der Temperatur verfärbt, wird zurzeit noch in der Fleischwirtschaft erprobt, um die Eigenkontrollen der Kühlkette zu verbessern. Ziel ist es, die Farbplaketten auch für den Gebrauch im Einzelhandel und im Haushalt weiterzuentwickeln. Der so genannte Temperatur-Zeit-Integrator (TTI) ist bereits in der Praxis für Schweine- und Geflügelfleisch validiert. Derzeit wird er an Hackfleisch erprobt. Anfang des Jahres 2004 werden Testreihen an See- und Süßwasserfischen durchgeführt.Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: "Mit diesem blauen Punkt auf Verpackungen leisten wir einen Beitrag zu mehr Lebensmittelsicherheit und mehr Kundeninformation. Er ergänzt betriebseigene Kontrollen der Kühlkette. Damit wird auch den Lebensmittelbehörden ein zusätzliches Instrument in die Hand gegeben. Denn dieser blaue Punkt gibt wichtige Hinweise auf die Kühlung und Haltbarkeitsfristen von Produkten. Um Lebensmittelinfektionen zu vermeiden, müssen wir auf allen Stufen der Erzeugung, der Verarbeitung und des Handels, aber auch beim Transport durch die Verbraucherinnen und Verbraucher und der anschließenden Aufbewahrung im Kühlschrank oder in der Truhe intelligente Sicherungssysteme entwickeln. Dieser Kontrollpunkt soll deshalb nach seiner Bewährung sowohl in der Verarbeitung als auch im Handel und beim Kunden Zuhause eingesetzt werden können. Ich freue mich, dass die Bonner Wissenschaftlerin Dr. Judith Kreyenschmidt für ihre Arbeit am blauen Punkt mit dem Preis für Lebensmittelforschung der Stockmeyer-Stiftung ausgezeichnet wurde."
Der blaue Punkt, der etwa so groß ist wie ein zwei Euro-Stück, soll von Partnern in der Wirtschaft zur Marktreife entwickelt werden. Er kostet pro Stück nur wenige Cents und lässt sich - einmal durch UV-Licht aktiviert - nicht manipulieren.