Umweltministerin Bärbel Höhn: Abfall- und Abwassermengen von 1.100 genehmigungspflichtigen Chemieanlagen werden in einem Bericht

Umweltministerin Bärbel Höhn: Abfall- und Abwassermengen von 1.100 genehmigungspflichtigen Chemieanlagen werden in einem Bericht zusammengefasst – Zweite Phase des Branchenprogramms zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen und Abwässern in Chemieanlagen beginnt

Das Umweltministerium hat einen Bericht über die Abfall- und Abwassermengen in den 1.100 nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungspflichtigen nordrhein-westfälischen Chemieanlagen vorgelegt. Danach fallen hier insgesamt jährlich ca. zwei Millionen Tonnen Abfälle, davon etwa 1 Million Tonnen gefährlicher Abfälle an. Rund ein Viertel des gesamten nordrhein-westfälischen Sonderabfallaufkommens wird in den genehmigungsbedürftigen Anlagen der Chemischen Industrie erzeugt. Darüber hinaus dürfen bis zu 110 Millionen Kubikmeter Abwässer eingeleitet werden.
Der jetzt veröffentlichte Bericht schließt die erste Phase des Branchenprogramms zur Vermeidung von Abfall- und Abwässern in Chemieanlagen ab. Die umfassende Bestandsaufnahme ist der Ausgangspunkt der zweiten Phase des Programms, die im September 2003 beginnen wird. Bei 65 der 172 wesentlichsten Abfall- und Abwassererzeugern wird dann detailliert nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht bzw. überprüft, in welchem Grad die Maßnahmen dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Die Ergebnisse der anlagenbezogenen Detailuntersuchung werden in einen allgemeingültigen Leitfaden münden, der so eine auf die relevanten Anlagentypen und Herstellungsprozesse zugeschnittene umfassende Hilfestellung für die Betreiber und zuständigen Behörden zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben bietet.

Umweltministerin Bärbel Höhn: "Die Chemische Industrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in NRW. Das Branchenprogramm Chemieanlagen wird einen nachhaltigen Beitrag zur Vermeidung, Verwertung und Entsorgung von Abfällen und Abwässern der Chemischen Industrie leisten und wichtige Impulse für die zukünftige Sonderabfallwirtschaft geben. Mit dem Abschluss der ersten Phase liegt nun eine umfassende Erhebung über den Status quo vor, die eine solide Grundlage für die konkrete Optimierung dieser Anlagentypen bzw. Herstellungsprozesse ist. Mit einem noch effektiveren Ressourceneinsatz, der Verwertung und der Vermeidung können die Unternehmen Kosten sparen und gleichzeitig zum Schutz unserer Umwelt beitragen. Damit hat die Umweltverwaltung gemeinsam mit dem VCI einen wichtigen Beitrag für die gemeinsame Sicherung des Chemiestandortes NRW vorgelegt, der die langfristige Produktion auf innovativem und wettbewerbssicherndem Niveau garantiert."

Die Chemische Industrie ist die umsatzstärkste Industriebranche in Nordrhein-Westafeln und zugleich mit ca. 135.000 Beschäftigten ein bedeutender Arbeitgeber im Produktionssektor. Ein weiteres Branchenmerkmal ist ihre großbetriebliche Struktur. Ca. 12,5 % der Unternehmen beschäftigen mehr als 75 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche. Diese Struktur spiegelt sich auch in der Aufkommenssituation von Abfällen und Abwässern wieder. In nur 172 der genehmigungsbedürftigen Chemieanlagen fallen etwa 80 Prozent der Abfälle und Abwässer an. Wichtigster Projektpartner des MUNLV ist die Bayer AG, die an ihren Produktionsstandorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld 61 der 172 abfall- und abwasserrelevanten Chemieanlagen betreibt.

Das Umweltministerium führt das Branchenprogramm seit Dezember 1999 in engem Kontakt mit dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) durch. Die Betreiber der 65 Anlagen, bei denen die Detailuntersuchungen durchgeführt werden sollen, haben sich zur Teilnahme am Branchenprogramm Chemieanlagen bereiterklärt. In diesen Anlagen wird ein breites Spektrum chemischer Erzeugnisse produziert. Hierzu gehören verschiedene Anlagen zur Herstellung von Grundchemikalien, von Farben und Lacken, Farbpigmenten, Kunstharzen, Weichmachern, Chemiefasern, Kunststoffen, Pflanzenbehandlungsmitteln sowie anorganische Chemikalien, u.a. Salzsäure.

Die Broschüre "Branchenprogramm zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen und Abwässern nach § 5 (1) Nr. 3 BImSchG in Chemieanlagen – Abschlussbericht der Phase 1" erhalten Sie über den Infoservice des Ministeriums Tel.: (0211)4566-666, Fax: (0211)4566-388, e-mail: infoservice@munlv.nrw.de.

Die Einzelinformationen zum Projekt stehen hier als PDF-Dokument zur Verfügung (252 KB)


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