Umweltministerin Bärbel Höhn: Bürgerinnen und Bürger schicken 669 Logovorschläge für den Nationalpark Eifel ins Rennen Ab Sonntag wird gewählt - Entwurf der Nationalparkverordnung wird ab Montag, 26. Mai 2003 offengelegt
Schleiden-Gemünd. Die Bürgerinnen und Bürger der Eifelregion werden ab heute bis zum 15. Juni 2003 ihr Logo für den ersten Nationalpark Nordrhein-Westfalens wählen. Per Stimmzettel treffen die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung zum europäischen Tag der Nationalparke gemeinsam mit Umweltministerin Bärbel Höhn die Entscheidung, wie sich der geplante Nationalpark künftig nach außen präsentieren wird. Per Ted und im Internet sind auch alle anderen Menschen in der Region aufgerufen zu wählen. Unter 669 Vorschlägen, die in den letzten Wochen aus der Eifel eingesendet wurden, hat eine Jury mit Vertreterinnen und Vertretern der Region unter Vorsitz von Staatssekretär Dr. Thomas Griese 69 in die Vorauswahl genommen. Der 1. Preis wird mit 2.500 Euro prämiert. Darüber hinaus werden 20 Ehrenpreise für Entwürfe vergeben, die nicht indie engere Wahl gekommen sind.
Umweltministerin Bärbel Höhn: "Allein die Resonanz auf den Logo-Wettbewerb zeigt, wie begeistert die Menschen in der Eifel von dem geplanten Nationalpark sind. Er bietet neue Chancen für den Eifelraum. Seine wunderschöne und europaweit bedeutende Natur schätzen nicht nur die Menschen, die hier leben, sondern auch diejenigen, die vor allem aus NRW hierher kommen. Aber auch regionale Produkte wie das Eifelheu, die Eifelmilch und das Eifelrind haben sich seit langer Zeit einen Namen gemacht. Im Interesse des Naturschutzes und der wirtschaftlichen Chancen haben wir Naturschutz und Landwirtschaft miteinander verbunden. Dadurch und durch die Impulse Förderung für den Tourismus werden gleichzeitig Beschäftigungsmöglichkeiten für die Menschen hier im ländlichen Raum geschaffen."
Ab Montag, 26. Mai 2003 wird die Rechtsverordnung für den Nationalpark bis zum 18. Juli 2003 offiziell für die Bürgerinnen und Bürger offengelegt. Darin enthalten sind jedoch bereits die Stellungnahmen und Anregungen aus den Arbeitsgruppen der Bürgerinnen und Bürger, die seit März 2002 offen diskutiert werden. Nach den bisherigen Planungen wird der Nationalpark insgesamt 9.350 Hektar zwischen Nideggen im Nordosten und dem Königreich Belgien im Südwesten und den südlichen Teilen der Kreise Aachen und Düren sowie den westlichen Teil des Kreises Euskirchen umfassen. Erweiterungen sind möglich, wenn die Eigentümerinnen und Eigentümer Private wie Kommunen dies vorschlagen.
Umweltministerin Bärbel Höhn: "Reaktionen aus der Umgebung des Nationalparks lassen erkennen, dass der Nationalpark Eifel noch weiter wachsen wird. Schon jetzt bietet er allein über 230 gefährdeten Tier-und Pflanzenarten eine Rückzugsmöglichkeit. Uhu, Mittelspecht, Schwarzmilan, Rotmilan, Eisvogel, Biber und Wildkatze gehören mit dazu. Der Nationalpark ist ein bedeutender Baustein für den Biotopverbund in Nordrhein-Westfalen. Mit seiner räumlichen Nähe ist er auch für Rheinland-Pfalz und Belgien wichtig. Der Buchenwald in einem Teil des künftigen Nationalparks Eifel soll vergrößert werden und sich zu einem Buchenurwald entwickeln stehen. Um das zu unterstützen haben wir heute die ersten Bucheckern dazu gesät."
Im Anschluss an die Offenlegung der Nationalparkverordnung soll im Herbst 2003 gemäß Landschaftsgesetz der Landtagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz angehört werden. Danach wird die Verordnung mit den Bundesministerien für Umwelt und Raumordnung Bauen abgestimmt. Das Verfahren soll mit Rechtskraft der Verordnung zum 1. Januar 2004 abgeschlossen werden. Die Nationalparkverwaltung soll dem Forstamt Schleiden übertragen werden.
Das Gebiet des zukünftigen Nationalparks Eifel zeichnet sich bereits heute durch einen hohen Grad an Naturnähe aus. 52 Prozent des zukünftigen Nationalparks Eifel sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Große Teilbereiche wurden als FFH-würdig eingestuft und tragen damit zur Entwicklung eines europaweiten zusammenhängenden Biotopverbundsystems bei. Zwei Bereiche gehören mit ihrer Größe von 50 Quadratkilometern zu den größten unzerschnittenen Räumen in NRW. Mit dem Nationalpark sollen die für die Naturlandschaft der nördlichen Eifel charakteristischen Lebensräume und Lebensgemeinschaften auf bodensauren Standortenzwischen 200 und 600 Metern besonders geschützt werden. Dies sind vor allem Laubwälder, Quellgebiete, Bachtäler, Felsbildungen und diverse Offenlandbiotope. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zurzeit 13 Nationalparke.