Umweltministerin Bärbel Höhn: Nideggen schließt vorsorglich sein Schulzentrum Gutachter nimmt Raumluftmessungen vor
Auf Initiative und Einladung von Umweltministerin Bärbel Höhn und der Landtagsabgeordneten Sybille Haussmann kam es am gestrigen Mittwochnachmittag, 19. März 2003, im Landtag zu einem Gespräch mit Betroffenen aus Nideggen. Dabei ging es um die erhöhten Werte von Toluol und Dichlormethan im Blut von SchülerInnen und eines Lehrers des Schulzentrums Nideggen. In dem Gespräch wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sehr unterstützt, die auf Einladung des Landrates und unter Beteiligung des Umweltministeriums am Tag zuvor in Düren getagt hatte und sich auf Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise einhellig verständigt hatte. Unter anderem wird darin vorgeschlagen, das Schulzentrum vorsorglich zu schließen und kurzfristig in allen Räumen zu messen.
Umweltministerin Bärbel Höhn und Landtagsabgeordnete Sybille Haussmann: " Wir gehen davon aus, dass diese gemeinsam erarbeiten Vorschläge jetzt auch zügig und konsequent vom Bürgermeister als Schulträger umgesetzt werden. Und wir gehen weiterhin davon aus, dass der von der Stadt beauftragte Gutachter seine Untersuchungen in Abstimmung auch mit den betroffenen Eltern vornehmen kann. Die Situation für die betroffenen Kinder und Eltern ist so nicht hinnehmbar. Es muss endlich vom Bürgermeister gehandelt werden."
Im Einzelnen ist folgendes einvernehmlich festgelegt worden:
1. Eine akute Gefährdung durch die im Blut gemessenen Toluol- und Dichlormethan-Gehalte ist nicht zu befürchten. Eine Gesundheitsgefährdung nach mittel- bis langfristiger Exposition kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
2. Kausale Zusammenhänge zwischen der Raumluft-Konzentration und der inneren Belastung der untersuchten Personen können nach derzeitigem Kenntnisstand nicht ausgeschlossen werden
3. Eine Schließung der Schule wird aus Vorsorgegründen zur weiteren Sachverhaltsabklärung empfohlen
4. Kurzfristig sollten in allen Räumen der Real- und Grundschule Nideggen Raumluft-Messungen auf Toluol und Dichlormethan durchgeführt werden. Ob zusätzlich weitere Schadstoff-Parameter zu erfassen sind, sollte nach Ortsbesichtigung durch eine/n Gutachter/in geklärt werden. Als Gutachter sollte Herr Dr. Grün vom Institut "ECO Raum- und Luft-Qualität" beauftragt werden
5. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Raumluft-Untersuchungen werden weitere Human-Bio-Monitoring-Untersuchungen nicht empfohlen
6. Nach Vorliegen der Ergebnisse der Raumluft-Untersuchungen wird von den TeilnehmerInnen des Gespräches der Arbeitsgruppe eine Bewertung der Gesamtsituation vorgenommen, und es werden Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise gegeben.