Umweltministerin Bärbel Höhn: Luft- und Lärmbelastungen durch Straßenverkehr können krank machen – Mit attraktiveren Bus- und Ba

Umweltministerin Bärbel Höhn: Luft- und Lärmbelastungen durch Straßenverkehr können krank machen – Mit attraktiveren Bus- und Bahnverbindungen gute Alternativen für Umstieg bieten – Bürgerinnen und Bürger können Luftreinhaltung aktiv unterstützen -
Forum "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit NRW" in Bonn

Umweltministerin Bärbel Höhn hat heute in Bonn an die Bürgerinnen und Bürger in NRW appelliert, ihr Auto, wenn möglich, auch mal stehen zu lassen und auf Alternativen umzusteigen. Mit dem Fahrrad ist man zum Beispiel auf kurzen Strecken meist ohnehin schneller als mit dem Auto am Ziel und hält sich gleichzeitig fit. Unter anderem mit diesen Maßnahmen könnten die Menschen in NRW aktiv die Luftreinhaltung unterstützen. Gleichzeitig unterstrich die Ministerin während der Eröffnung des zweitägigen Fachforums "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit NRW" die Notwendigkeit, gute Alternativen zur Nutzung von PKWs zu bieten. In Bonn diskutieren 150 Expertinnen und Experten über Lösungen für Umwelt- und Gesundheitsprobleme u.a. durch den Straßenverkehr.
Umweltministerin Bärbel Höhn: "Die Luft- und Lärmbelastung aus dem Verkehr stellt inzwischen das größte Umweltproblem in Ballungsräumen. Untersuchungen zeigen, dass z.B. die Zahl der Todesfälle, die rechnerisch auf die Feinstaubbelastung zurückgeführt werden können, die Todesfälle durch Verkehrsunfälle mittlerweile übersteigt. Auch Häufungen von Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen sind z.T. mit der Luftbelastung verbunden.
Unsere Risikoabschätzung zur gesundheitlichen Situation bestätigt, dass Maßnahmen zur Reduzierung dieser Belastungen zum Beispiel über die Aufstellung von Luftreinhalteplänen, wie sie die EU-Luftqualitätsrahmenrichtlinie vorsieht, notwendig sind. Aktuelle Untersuchungen zu Minderungspotentialen sowie erste Erfahrungen mit der Aufstellung von Luftreinhalteplänen zeigen, dass vorbeugender Umwelt- und Gesundheitsschutz im Verkehrsbereich eine integrative Planung und innovative Lösungsansätze erfordert. Dies ist Voraussetzung für die Verbesserung der Lebensqualität in den Ballungsräumen in NRW, denn 70 % der Menschen fühlen sich nach Angaben des Umweltbundesamtes allein durch Straßenlärm belästigt. Immer mehr Menschen ziehen deshalb aufs Land und erzeugen durch das Pendeln immer mehr Verkehr. Langfristig ist ein schadstoffarmer und für die Bevölkerung attraktiver ÖPNV ein effektives Mittel zur Reduzierung der Luftbelastung in unseren Ballungsräumen."

Ab 2005 gelten in den europäischen Ballungsräumen strengere Grenzwerte für die Luftqualität. Die EU entspricht damit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirkung von Luftschadstoffen auf die menschliche Gesundheit. Von besonderer

Bedeutung dabei sind Feinstaub und Stickstoffdioxid. Für beide ist der motorisierte Straßenverkehr eine der wichtigsten Quellen.

Bei den Reduzierungsmöglichkeiten gehen die größten positiven Effekte von fahrzeugtechnischen Maßnahmen aus. Da sie alleine jedoch nicht ausreichen werden, um die Grenzwerte zukünftig einhalten zu können, sind kurzfristig verkehrslenkende Maßnahmen erforderlich. Dabei müssen die Auswirkungen auf andere Straßen berücksichtigt werden. Ein Hauptaugenmerk gilt der Vermeidung von LKW-Durchgangsverkehr in den Städten.

Der Dieselfahrzeuganteil nimmt zu. Bei den PKW-Neuzulassungen machen sie inzwischen 40% aus. LKW und Busse mit Dieselantrieb sind gerade für den innerstädtischen Bereich von besonderer Bedeutung. Während für PKW mit Benzinantrieb die technische Entwicklung weit fortgeschritten ist, besteht vor allem bezüglich der Nachrüstung von Bussen im Öffentlichen Personennahverkehr mit effektiv wirksamen Partikel- und Stickstoffoxidfiltern noch Entwicklungs- und Klärungsbedarf. Hier kommt den öffentlichen Verkehrsunternehmen eine besondere Verantwortung zu. Durch innovative Maßnahmen an ihren Fahrzeugflotten können sie einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten.

Viele Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Schadstoffemission aus dem motorisierten Straßenverkehr führen, haben auch einen positiven Effekt auf die Verringerung der Lärmbelastung. Hier sind insbesondere Geschwindigkeitsbegrenzungen zu nennen, die zum anderen auch zu mehr Verkehrssicherheit führen.

Umweltministerin Bärbel Höhn: "Wir wollen einen Umgang mit dem Auto, der umwelt- und gesundheitsverträglich ist und eine gute Lebensqualität für die Menschen schafft, die in Städten und an befahrenen Straßen leben. Für Menschen, für die es bisher kaum oder gar keine Alternativen zum Auto gab oder gibt, müssen die Rahmenbedingungen für einen kundenfreundlichen öffentlichen Nah- und Fernverkehr weiter verbessert werden, damit das Auto seinen Vorsprung als meistgenutztes Verkehrsmittel im Nahverkehr nicht noch weiter ausbaut. Wir sind alle von den schädlichen Umweltauswirkungen des motorisierten Straßenverkehrs betroffen – wir sind aber auch fast alle Verursacher. Unsere neue Broschüre gibt Tipps, um einfach mal eine andere Form der Mobilität auszuprobieren."

Die 36seitige Broschüre "Verkehr, Umwelt und Gesundheit in der Diskussion. Thesen und Gegenthesen" wurde im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit NRW gemeinsam vom Umwelt- und Verkehrsministerium, dem Städtetag und der Stadt Bonn erarbeitet. Sie informiert auch über die Zusammenhänge von Verkehr, Umwelt und Gesundheit. Sie ist kostenlos erhältlich beim: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Schwannstr. 3, 40476 Düsseldorf (www.munlv.nrw.de), Tel.: 02 11 – 45 66 – 666, Fax: 02 11 – 45 66 – 621,
E-Mail: infoservice@munlv.nrw.de
Weitere Studien zum Zusammenhang von Verkehr, Umwelt und Gesundheit, die im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit NRW entstanden sind, stehen im Internet zur Verfügung: www.apug.nrw.de, www.munlv.nrw.de.


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