Neues Instrument für Planer und Nutzer von Solarthermie und Photovoltaik

Neues Instrument für Planer und Nutzer von Solarthermie und Photovoltaik

Datum: 16. Februar 2000
Ansprechpartner: Dr. Joachim Frielingsdorf (DJV)

Premiere: Erster Solaratlas für Nordrhein-Westfalen:

Wuppertal. NRW hat seinen ersten Solaratlas. Die 65-Seiten starke Publikation der Energieagentur NRW sagt Nutzern und Planern von Sonnenenergie exakt voraus, wieviel Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr im Jahresmittel in den einzelnen Kreisen, Städten oder Gemeinden mittels Photovoltaik oder solarthermischen Anlagen zu ernten sind. Denn der Einsatz von Solarenergie lohnt sich überall. So sind beispielsweise in den Kreisen Aachen, Düren, Heinsberg, Viersen oder im Raum Mönchengladbach durchschnittlich 1010 kWh pro Quadratmeter und Jahr an Sonneneinstrahlung auf eine horizontale Fläche zu messen. Im Sauerland sind dies immerhin noch 930 kWh/m2a.Der Atlas zeigt, an welchem Ort in NRW wieviel Solarenergie auf eine Solaranlagenfläche bei verschiedenen Himmelsrichtungen und Neigungswinkel eingestrahlt wird. Die Sonneneinstrahlung auf eine 40 Grad geneigtes, südwestlich ausgerichtetes, ein Quadratmeter großes Solarmodul in Wuppertal beispielsweise erhält eine jährliche Einstrahlung von rund 1060 kWh, im Juni bringt diese Fläche allein 139 kWh.

„Mit dem Solaratlas wollen wir die Bemühungen des Landes NRW unterstützen, aus Nordrhein-Westfalen, dem Energieland Nr. 1, auch einen Solarstandort zu machen,“ sagt Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. „Wir zeigen hier, daß Sonnenenergienutzung in NRW sogar im Winter möglich ist - und übers Jahr gesehen eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Energieerzeugung darstellt.“ NRW wandele sich mehr und mehr zum Solarland Nr.1 in Deutschland: Nach Ansiedlung einer Solarfabrik in Gelsenkirchen, der Landesaktion 50 Solarsiedlungen sowie der stetig steigenden Zahl hier installierter Anlagen - allein das Land NRW förderte 1998 über 10.000 solarthermische bzw. Photovoltaikanlagen - nimmt die Bedeutung der regenerativen Energien immer weiter zu. Vor diesem Hintergrund hat die neutrale Landeseinrichtung Energieagentur NRW den nordrhein-westfälischen Solaratlas erstellt. Der Solaratlas ist das Ergebnis weiterführender Arbeiten von Dr. Martin Skiba, Ruhr-Universität Bochum, im Rahmen eines von der Arbeitsgemeinschaft Solar Nordrhein-Westfalen geförderten Forschungsvorhaben. Entgegen dem noch immer verbreitetem Glauben, daß sich die Nutzung von Solarenergie nur in „sonnenverwöhnten“ Gebieten lohnt, ist die Bereitstellung von Wärme durch Sonnenenergie im Vergleich zur Verwendung fossiler Energieträger auch in unseren Breitengraden möglich und zum Teil schon konkurrenzfähig.

Für die Auslegung solarthermischer und photovoltaischer Anlagen bzw. die Planung von Niedrigenergie- und Solararchitekturen sind detaillierte Kenntnisse über vorhandene und nutzbare Sonnenenergie am geplanten Standort notwendig. „Der Solaratlas soll den Planern von Solaranlagen, aber auch Architekten bei der Planung von Gebäuden helfen, die individuellen solaren Rahmenbedingungen genauer zu ermitteln und damit die Erträge der Anlagen sowie die passive Solarenergienutzung bei der Gebäudeplanung zu optimieren“, betont Dr. Hüttenhölscher. Denn die Nutzung passiver und aktiver Sonnenenergie stelle ein wichtiges Planungselement im Rahmen einer rationellen Energienutzung dar. So bezeichne der Begriff der „passiven Solarenergienutzung“ den Einsatz baulicher Maßnahmen, mit deren Hilfe die auf ein Gebäude eingestrahlte Solarenergie zur Beheizung verwendet werden könne. Die passive Solarenergienutzung kann also wesentlich zur Verringerung des Heizenergiebedarfs und damit der Heizenergiekosten sowie zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen. „Dieses Know-how an alle weiterzutragen, die im Bauwesen Verantwortung tragen, und sie auf diese Weise für ein energiebewußtes, ökologisches und damit ganzheitliches Bauen zu sensibilisieren, ist wesentliches Ziel unserer Weiterbildungsinitiative REN Impuls-Programm ,Bau und Energie’ - in verschiedenen Seminaren wird die Energieagentur NRW den Atlas einsetzen“, so Dirk Mobers, Leiter des REN Impuls-Programms „Bau und Energie“ der Energieagentur NRW. Doch nicht nur die Experten auf dem Gebiet des Bauwesens seien Zielgruppe der Publikation: „Wir wollen die gesamte nordrhein-westfälische Bevölkerung informieren und ein Interesse für die verstärkte Nutzung der Sonnenenergie wecken.“

Den Solaratlas und weitere Informationen gibt es unentgeltlich bei der :

Energieagentur NRW
Kasinostr. 19-21
42103 Wuppertal

Tel.: 01805-335226
Fax: 0202 / 24 552 - 30.


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