Bielefeld, Brühl und Ibbenbüren siegen im Landeswettbewerb "GesundMobil"
Die Städte Bielefeld, Brühl und Ibbenbüren sind heute von Dr. Alexander Schink, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, als Sieger des Landeswettbewerbs "GesundMobil in Nordrhein-Westfalen 2005" ausgezeichnet worden. Im Rahmen des Wettbewerbs, der als Teil des "Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit NRW" ausgeschrieben wurde, haben Umwelt-, Gesundheits- und Verkehrsministerium sowie die kommunalen Spitzenverbände die besten Ideen gesucht, mit denen der Anteil von Fußgängern und Radfahrern in den Innenstädten erhöht wird. Auch Projekte und Kampagnen, die den Zusammenhang zwischen mehr Bewegung und einem größeren körperlichen Wohlbefinden herausstellen, konnten eingereicht werden.
"Immer mehr Menschen nehmen für immer kürzere Strecken das Auto", so Staatssekretär Dr. Alexander Schink. "Etwa die Hälfte aller Fahrten, die heute mit dem Auto unternommen werden, sind kürzer als fünf Kilometer. 30 Prozent liegen sogar unter drei Kilometer. Dieser Weg lässt sich meist auch gut mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß bewältigen. Das spart nicht nur Benzin, sondern hat auch ganz unmittelbar positive Effekte auf die Gesundheit wie etwa das heute ausgezeichnete Projekt der Stadt Bielefeld beweist."
Die Stadt Bielefeld hat ein Projekt zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines
Unternehmens haben sechs Monate lang das Fahrrad für den Weg zur Arbeit genutzt. Medizinische und psychologische Untersuchungen vor und nach dem Umstieg haben eine eindeutige Verbesserung von Gesundheitswerten, Ausdauer und persönlichem Befinden nachgewiesen. Gleichzeitig hat die Aktion Nachahmer in anderen Unternehmen gefunden, die Stadt plant nun bereits ein Folgeprojekt.
In Brühl wurde im Rahmen des Wettbewerbs ein Schwerpunkt auf die Verkehrserziehung von Kindern gelegt. Ziel war es, die Zahl der Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr zu reduzieren und zugleich die persönliche Mobilität der kleinen Einwohnerinnen und Einwohner zu fördern. Das Ergebnis ist ein deutlicher Rückgang der Unfallzahlen, eine gesundheitliche Verbesserung der Kinder durch die Bewegungsförderung sowie mehr Disziplin der Autofahrer in Tempo-30-Zonen, was wiederum neben mehr Sicherheit auch weniger Lärmbelästigung bedeutet. Das Projekt läuft bereits seit 1999 und wird noch weiter ausgebaut.
Ibbenbüren hat ebenfalls das Fahrrad in den Mittelpunkt seiner Kampagne gestellt und kostenlose Tachometer für den Drahtesel ausgegeben. Wer in drei Monaten mindestens 500 Kilometer radelte, konnte den Tacho behalten. Am Ende haben rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Erde fünf Mal umrundet und damit etwa 250.000 Kilometer eingefahren, was einer Benzineinsparung von 20.000 Litern entspricht. Zeitweise war die Resonanz auf die Aktion so groß, dass der Stadt die Tachometer ausgingen. Eine Fortsetzung der Aktion ist im Gespräch.
Staatssekretär Dr. Alexander Schink: "Diese positiven Beispiele zeigen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger einer Stadt von guten Kampagnen überzeugen lassen und Alternativen zum Auto ausprobieren. Ich hoffe, dass diese Beispiele Nachahmer finden werden. So bietet etwa die Europäische Woche der Mobilität, die jedes Jahr in der Zeit vom 16. bis zum 22. September stattfindet, den Kommunen eine gute Gelegenheit, jetzt zum Umstieg auf umweltfreundliche und gesunde Fortbewegungsmittel aufzurufen. Während dieser Woche gibt es in ganz Europa Aktionen von Kommunen, Unternehmen, Verbänden und Organisationen rund um das Thema Nachhaltige Mobilität erfahrungsgemäß mit großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger."
"Aktionsprogramme Umwelt und Gesundheit" gehen auf eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück. Das nordrhein-westfälische APUG hat zum Ziel, den umweltbezogenen Gesundheitsschutz zu fördern. Zwei Schwerpunkte sind dabei die Themenfelder Verkehr und Gesundes Wohnen. Mehr Informationen zum APUG NRW sind im Internet unter www.apug.nrw.de zu finden.