Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: Fünf Jahre FSC-Zertifizierung von nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holz in Nordrhein-Westfalen
Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn hat heute auf einer Fachtagung im Waldinformationszentrum Hammerhof in Warburg gemeinsam mit der Verbraucher-zentrale NRW, dem Naturschutzbund NRW und der FSC Arbeitsgruppe Deutschland eine Bilanz von fünf Jahren Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft in Nordrhein-Westfalen gezogen.
Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: "Fünf Jahre nach der Einführung wird mittlerweile der komplette Staatsforst nach den ökologischen und sozialen Kriterien der FSC-Zertifizierung bewirtschaftet. Diese Umstellung hat sehr gut funktioniert, und inzwischen haben einige Kommunen nach unserem Vorbild ebenfalls auf FSC-Bewirtschaftung umgestellt. Nach wie vor gibt es aber noch zu wenig zertifizierte Unternehmen in der Holzverarbeitung. Hier sind die Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt. Nur wenn sie Produkte mit dem FSC-Siegel nachfragen, wird mittelfristig auch das Angebot größer."
Bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung nach den Kriterien des FSC (Forest Stewardship Council) müssen vorgegebene ökologische wie soziale Standards erfüllt werden. Dazu gehört etwa der Verzicht auf Pestizide und Dünger, es dürfen keine Flächen kahlgeschlagen werden, und für die Waldarbeiter muss ein betriebsinternes Rettungsnetz für den Fall der Fälle aufgebaut sein. In den Jahren 1999 und 2000 wurde in Ostwestfalen vom Landwirtschaftsministerium ein bundesweit viel beachtetes Modellprojekt zur Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft durchgeführt. Im Januar 2001 fiel dann der Startschuss für die FSC-Zertifizierung des kompletten Staatswaldes des Landes Nordrhein-Westfalen.
In einem zweiten Modellprojekt im Jahre 2002 wurde die FSC-Zertifizierung der so genannten "Chain-of-Custody", der Produktkette, mit zehn Firmen der holzbe- und verarbeitenden Industrie durchgeführt. Alle daran beteiligten Unternehmen erhielten anschließend die Zertifizierung. Auch im landesweiten Agenda 21-Prozess spielte das Thema Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung sowohl bei der Leitbilddiskussion als auch in einzelnen Agenda-Projekten eine Rolle. Unter anderem hat die Verbraucherzentrale NRW im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitskampagne "futureins" Verbraucherinnen und Verbraucher dazu aufgefordert, insbesondere beim Kauf von Holzprodukten aus tropischen Hölzern auf die FSC-Kennzeichnung zu achten.
Der FSC wurde 1993 gegründet als internationale, regierungsunabhängige Organisation, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Forstwirtschaft, Gewerkschaften und Holzindustrie zusammensetzt.