Umweltministerin Bärbel Höhn: Geplante Erweiterung des möglichen Nationalparks Senne/Eggegebirge eröffnet weitere Einkommensmöglichkeiten in der Region für den Tourismus Mit weniger Holzeinschlag im Staatswald macht Land Platz für privaten Holzverkauf Die Waldentwicklung im Staatswald auf Nationalparkgebiet ist Generationenaufgabe
Die Einrichtung eines möglichen Nationalparks Senne/Eggegebirge wird die Wirtschaftskraft der Region stärken. Davon geht das Umweltministerium nach Erfahrungswerten aus den bereits seit vielen Jahren bestehenden Nationalparken anderer Bundesländer aus. Gestützt wird diese Einschätzung durch die Konzeptstudie über die regionalökonomischen Auswirkungen und Entwicklungsperspektiven eines Nationalparks für die umgebende Nationalparkregion, dem so genannten Harteisen-Gutachten aus dem Jahr 2003, sowie den positiven Entwicklungen, die schon ein Jahr nach der Gründung des Nationalparks Eifel aus dieser Region gemeldet werden.
Umweltministerin Bärbel Höhn: "Diese Erfahrungen belegen eindeutig, dass ein Nationalpark Senne/Eggegebirge ebenfalls neue Einkommensmöglichkeiten für die Menschen in der Region schaffen wird, wenn dort gute Angebote für die Besucherinnen und Besucher vorbereitet werden. Gerade für die Gemeinden in dieser Region, die auf Tourismus setzen, ist ein Nationalpark eine große Attraktion. Mit dem Rückzug des Landes aus dem Holzeinschlag im Staatswald im Eggegebirge wird Platz für private und kommunale Waldbesitzer gemacht. Damit gehen keine Arbeitsplätze verloren. Ganz im Gegenteil: Wir fördern die nachhaltige Waldwirtschaft und schaffen hier ganz konkret neue Absatzperspektiven für die private und kommunale Waldwirtschaft. Hier gibt es ein brachliegendes Potenzial, denn landesweit werden derzeit nur 60 Prozent des nachhaltig möglichen Einschlages überhaupt genutzt. Außerdem wird im Staatswald die Umwandlung der großen Fichtenbestände in dort heimische Laubwälder eine Generationenaufgabe sein."
Im rund 8.000 Hektar großen Staatswald in der Egge, der Teil des möglichen Nationalparks werden soll, werden derzeit vom Land rund 60.000 Festmeter Holz pro Jahr eingeschlagen. Dieser - gemessen am Bedarf eines wettbewerbsfähigen Holzindustriebetriebes*- nur geringe Anteil kann durch die zahlreichen privaten und kommunalen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die auch im näheren Umkreis der Holzindustrie in Ostwestfalen-Lippe ansässig sind, problemlos ausgeglichen werden. Von diesen können zurzeit nämlich nur rund 60 Prozent ihres nachhaltig möglichen Holzeinschlages dem Markt zugeführt werden.
Die schrittweise Umwandlung der großen Fichtenbestände in dort heimische Laubwälder wird die Hauptaufgabe in den nächsten Jahrzehnten sein. Wie im Nationalpark Eifel übernehmen Forstbeamte und angestellte die Nationalparkverwaltung; Waldarbeiter werden als Ranger eingesetzt werden, die als Teil ihrer Beschäftigung ihr Wissen im Rahmen von waldkundlichen Führungen an die Besucherinnen und Besucher weitergeben.
* Der Jahresverbrauch eines modernen Sägewerks beträgt rund 500.000 bis eine Million Kubikmeter, der einer Spanplattenfabrik rund 800 000 Kubikmeter und der einer Papierfabrik rund eine Million Kubikmeter