Uhlenberg verfügt Maßnahmen gegen Risiken durch PFT
NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat heute ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Begrenzung möglicher Risiken durch die PFT-Belastung von Wasser und Fischen in der Möhne verfügt. Nach den PFT-Funden bei Forellen hat Uhlenberg weitere Untersuchungen von Fischen veranlasst. Die Proben werden zwischen den unteren drei Kilometern der Steinbecke und der Möhne oberhalb des Möhnesees sowie in weiteren Teichanlagen an diesen Gewässern entnommen. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse rät das Ministerium vorsorglich vom Verzehr von Fischen aus diesen Gewässern ab. Mit den Ergebnissen rechnet das Ministerium in etwa zwei Wochen. Da PFT auch in Weidegras nachgewiesen worden ist, hat der Umweltminister Milchuntersuchungen aus möglicherweise betroffenen landwirt¬schaftlichen Betrieben angeordnet. "Wir haben es nach wie vor mit einem regionalen Problem zu tun, das ich sehr ernst nehme", sagte Uhlenberg. Eine Substanz wie PFT habe im Trinkwasser und in Lebensmitteln nichts zu suchen. Der NRW-Umwelt¬minister hatte sich daher schon Anfang des Jahres für ein Verbot dieser Substanz ausgesprochen. Neben den kurzfristig wirksamen Schritten ordnete Uhlenberg eine Reihe von mittel- und langfristigen Maßnahmen und Untersuchungen an.
Erste stichprobenartige Untersuchungen haben auf Flächen im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest hohe PFT-Belastungen gezeigt. Dort war in den vergangenen Jahren ein Abfallgemisch aus einem Bodenmischwerk einer Firma im Kreis Paderborn aufgebracht worden. Eine Belastung in verschiedenen Bodentiefen sowie eine Verlagerung in Grund- und Oberflächen werden derzeit systematisch auf ausgewählten Flächen ermittelt. Ergebnisse sind in etwa vier Wochen zu erwarten.
Neben der Suche der Quelle der Gewässerbelastung hat Uhlenberg zudem veranlasst, systematisch zu untersuchen, ob zunehmende oder abnehmende Belastungen der Gewässer im betroffenen Bereich von Ruhr und Möhne sowie überall dort, wo Anzeichen für eine PFT-Belastung bestehen, zu verzeichnen sind. Dieses mit der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) und dem Ruhrverband abgestimmte Gewässermonitoring wird auch die Grundlage für weitere wasserwirtschaftliche Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung sein. Die Stadtwerke Arnsberg haben bei ihrem Wasserwerk Möhnebogen seit dem 14. Juli Aktivkohlefilter installiert. Deren Wirkung lässt der Umweltminister durch intensive Untersuchungen begleiten. Die ersten Ergebnisse zur Eliminierung der Substanz bezeichnet er als "ermutigend".
Das Umweltministerium hat auf Empfehlung der Trinkwasserkommission des Bundes eine Studie zur Belastung des menschlichen Blutes mit PFT (Human-Biomonitoring) in Auftrag gegeben. Mit dieser Studie soll die Frage beantwortet werden, ob der Verbrauch des Trinkwassers im Arnsberger Gebiet im Vergleich zu einem unbelasteteten Referenzareal zu einer erhöhten Belastung des Blutes mit perfluorierten Verbindungen beiträgt.