Acht NRW-Städte engagieren sich für nachhaltige Gewerbegebiete
Das Umweltministerium hat heute ein Modellprojekt vorgestellt, in dem acht Kommunen Gewerbegebiete unter nachhaltigen Kriterien planen und realisieren. Dabei soll gezeigt werden, dass ökologische, ökonomische und soziale Kriterien in der Planung, Realisierung und im täglichen Betrieb gleichrangig umgesetzt werden können. Die Städte werden im Auftrag des Ministeriums durch die Bergische Universität Wuppertal begleitet.
"Ein nachhaltig geplantes Gewerbegebiet zeichnet sich durch einen möglichst geringen Verbrauch von Wasser, Energie, Boden und Ressourcen aus", so Staatssekretär Dr. Alexander Schink heute bei der Vorstellung der Modellprojekte. "Die Nutzung von Brachflächen für den Bau, der Einsatz umweltschonender Baumaterialen und energetisch optimierte Gebäude sind nur einige Beispiele, wie dies realisiert werden kann. In Anbetracht der stetig steigenden Energiepreise bin ich zuversichtlich, dass umweltfreundlich geplante Gewerbegebiete in den nächsten Jahren für Unternehmen immer attraktiver werden. Kommunen, die sich in diesem Bereich engagieren, verfügen damit über einen ganz wesentlichen Standortvorteil."
Für die Entwicklung von nachhaltigen Gewerbegebieten gibt es bisher noch keine Kriterien und Verfahren. Beides soll im Rahmen dieses Projektes ermittelt und anderen Kommunen in Form eines Handbuches zur Verfügung gestellt werden. Die folgenden acht Projekte werden begleitet:
Ökologisches Gewerbegebiet Unterossenbach
Dieses Modellprojekt ist eine Neuplanung von ca. 10 Hektar in einem sensiblen Naturraum. Seit dem Jahre 2002 entwickelt die Gemeinde das ökologische Projekt im Agenda-21-Prozess. In Unterossenbach werden ca. 50 Unternehmen aus dem Kürtener Raum angesiedelt, ihre Wärmeversorgung erfolgt durch ein benachbartes Sägewerk, das Restholz verbrennt. Die für das Gebiet in Auftrag gegebene Regenwasserstudie zeigt, dass das anfallende Regenwasser zu 100 Prozent im Gebiet genutzt und versickert werden kann, sodass eine aufwändige Entsorgung entfällt. Der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt soll noch in diesem Jahr erfolgen.
Ansprechpartner: Ludger Breick, Leiter des Stadtplanungsamtes, Stadt Kürten,
Tel. 0 22 68 93 91 74.
Gewerbegebiet Petershagen
Die Stadt Petershagen entwickelt im Rahmen des Modellprojektes eine bereits bestehende Gewerbefläche, die saniert, verdichtet und landschaftsplanerisch sowie energetisch optimiert werden soll. Dazu hat die Stadt den Bebauungsplan für das etwa zwölf Hektar große Gebiet unter entsprechenden ökologischen Kriterien aufgestellt. Gleichzeitig setzt die Stadt auf motivierende Fördermaßnahmen, um den Unternehmen die Ansiedlung zu erleichtern. So werden für ökologischen Umgang mit Fläche, Gebäuden oder Regenwasser Förderbeträge an die Unternehmen ausgezahlt und Gutscheine für eine Energieberatung an die Firmen ausgegeben.
Ansprechpartner: Dipl.Ing Rainer Landefeld, Leiter des Stadtplanungsamtes, Stadt Petershagen, Tel. 0 57 02 82 22 25
Campus Fichtenhain, Krefeld
Der Campus Fichtenhain umfasst das Gebiet der 1906 errichteten Provinzial-Fürsorgeanstalt. Dieses Areal bietet malerischen Baumbestand und Gebäude-Nostalgie der Jahrhundertwende gruppiert um einen zentralen Platz, dem Campus. Der städtebauliche und architektonische Wert der elf Gebäude führte dazu, dass dieses Areal unter Denkmalschutz gestellt wurde. Hier sollen nun Gewerbeflächen entwickelt werden, ohne schädliche Einwirkungen auf Gebäude und Freiflächen. Die Gebäude werden nach bauökologischen Grundsätzen saniert und energetisch optimiert. Das Regenwasser wird genutzt und biologischer Klärung zugeführt. Der Biotopverbund wird erhalten und geschützt.
Ansprechpartnerin: Marlene Röttges, Grundstücksgesellschaft der Stadt Krefeld mbH & Co.KG, Tel. 0 21 51 8 20 74 50
SeeBA LuADo, Oppenwehe
LuADo ist ein innovatives Lebens- und ArbeitsDorf, in dem die Schwerpunkte erneuerbarer Energienutzung, Ökologie, soziales Miteinander und gemeinsame Marketingstrukturen realisiert werden. Es bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen Räume zur Miete an. Die Zielsetzung des Projektes in Oppenwehe ist die Schaffung eines geeigneten Rahmens für die Ansiedlung von Unternehmen, die sich dem gemeinsamen inhaltlichen Ansatz für eine ökologische und ökonomisch sinnvolle Unternehmensstrategie verpflichtet fühlen. Betriebe werden zusammengebracht und Synergien entwickelt. Es entstehen Gebäude in ökologischer Bauweise in sechs Baufeldern und Themenbereichen: Handwerk, Gastronomie, Handel, Büro, Dienstleistung, Wohnen und Bildung.
Ansprechpartner: Borut Zakotnik, Geschäftsführer, Tel. 0 57 73 - 91 24 01
Gewerbegebiet Kruppwald, Bottrop
Auf dem ca. 102 Hektar großen Gelände "Am Kruppwald" der ehemaligen Pulvermühle ist in den 60er Jahren ein Gewerbegebiet mit 40 Betrieben entstanden. Dieses Gebiet wird im Rahmen des Modellprojektes einer nachhaltigen Entwicklung unterzogen. Dabei sollen ansässige Unternehmen, die durch gemeinsam entwickelte Strategien und Maßnahmen voneinander im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen profitieren können, zusammen gebracht werden.
Ansprechpartnerin: Christina Kleinheins, Amtsleiterin Stadtplanungsamt,
Tel. 0 20 41 - 70 34 23.
Alfred-Jodokus-Kwak-Haus, Goch
Die Hermann-van-veen-Stiftung Deutschland plant auf einem ca. 32.000 qm großen, direkt am Kesseler See gelegenen Grundstück eine Erholungseinrichtung für Familien mit Kindern, die sich sozial oder gesundheitlich in Extremsituationen befinden. An diesem Ort soll die Möglichkeit geschaffen werden, oftmals zum ersten Mal in ihrem Leben eine urlaubsähnliche Situation bei gleichzeitiger Sicherstellung therapeutischer Behandlung und Betreuung zu erleben. Die Einrichtung soll höchste Ansprüche an Architektur, ökologischer Verträglichkeit und inhaltlich therapeutischer Ausrichtung erfüllen.
Ansprechpartner: Carlo Marks, Kommunalbetrieb Stadt Goch,
Tel. 0 28 23- 9 71 82 29
Virtueller Gewerbeflächenpool Kreis Kleve
Noch nicht weit verbreitet sind regionale Gewerbeflächenpools, in denen mehrere Gemeinden einen Bestand von Gewerbeflächen gemeinsam bewirtschaften. Hier setzt die Idee der Initiative des Kreises Kleve zum Thema "Virtueller Flächenpool" an. Im Sinne der Nachhaltigkeit können durch die gemeinsame Bewirtschaftung unnötige Eingriffe in Natur und Landschaft vermieden und der Flächenverbrauch eingedämmt werden.
Ansprechpartner: Klaus Krantz, Stadtbaurat, Stadt Goch, Tel. 0 28 23 32 02 01
Gewerbegebiet Vieringhausen/Schüttendelle, Remscheid
Die Stadt Remscheid entwickelt im Raum Vieringhausen im Umfeld eines alten Industriegleises eine Gewerbeansiedlung durch Verdichtung, Sanierung, Infrastrukturplanung und die verträgliche Gestaltung von Wohnen und Arbeiten nach nachhaltigen Kriterien. Die Trasse des Industriegleises wird dafür als Grünanlage sowie als Fuß- und Radweg ausgebaut. Eine Verknüpfung mit der prägenden städtischen Kultur und der geplanten "Route des Werkzeuges" lässt eine attraktive, sensible Nutzung des Gebietes entstehen.
Ansprechpartner: Hans Gerd Sonnenschein, Leiter des Stadtplanungsamtes Remscheid, Tel. 0 21 91 - 16 00