Rietberg erhält den Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2008
Die Stadt Rietberg (Kreis Gütersloh) wird die Landesgartenschau 2008 ausrichten. Das gab Umweltminister Eckhard Uhlenberg heute offiziell bekannt. Zu Beginn des Jahres hatte die Landeregierung in einer öffentlichen Ausschreibung die Fortsetzung der Gartenschauen in NRW in einem dreijährigen Rhythmus bis 2017 erklärt. Interessierte Städte und Kommunen konnten sich bis zum 1. März für die Landesgartenschau 2008 bewerben. Zwei Bewerber, die Städte Rietberg und Lippstadt, haben diesen Schritt gewagt.
Für ein transparentes und faires Auswahlverfahren wurde gemäß Ausschreibung eine unabhängige Bewertungskommission eingesetzt. Sie besteht aus Vertretern der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau- und Landespflege (LAGL), des Städte- und Gemeindebundes NRW, der Tourismusagentur NRW, der Naturschutzverbände (LNU),der Wissenschaft, der Landesverbände der Kleingärtner, der Gartenamtsleiterkonferenz NRW (GALK) sowie der Ministerien für Bauen und Verkehr und für Umwelt und Naturschutz. Deren einstimmige Empfehlung zur Auswahl wurde von Minister Uhlenberg gerne angenommen: "Es war ein sehr knappes Rennen und die Kommission war sehr angetan von beiden Bewerbern. Trotz der sehr kurzen Bewerbungsfrist hatten beide Bewerbungen ein hohes Niveau. Beide waren nach Ansicht der Kommission gut geeignet für die Durchführung einer Landesgartenschau."
Der Kommission ist besonders aufgefallen, dass Rietberg in allen Punkten der Vorbereitung außergewöhnlich weit ist und schon bisher eine sehr gute Arbeit geleistet hat. Die Stadt kann zudem auf den Rückhalt und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger sowie der örtlichen Vereine und der Wirtschaft zählen. Mit dem Gartenschaugelände erhält Rietberg einen bisher fehlenden Park mit direkter Anbindung an das Zentrum der Altstadt. Positiv bewertete die Kommission zudem, dass der historische Stadtkern in die Landesgartenschau integriert wird und an Wochenenden, bedingt durch eine Umgehungsstraße und temporäre Sperrungen, verkehrsfrei gehalten werden kann. Die Flächenverfügbarkeit für das Gartenschaugelände ist durch entsprechende notarielle Vorverträge gesichert. Dieses unterstreicht die Ernsthaftigkeit und Professionalität der Bewerbung.
Vor dem Hintergrund der extrem knappen Zeit bis zum Start der Schau hatte die Kommission ganz besonders zu prüfen, ob in beiden Städten die Chance auf eine pünktliche Eröffnung besteht. Dies hat die Kommission beiden Städten grundsätzlich zugetraut. In Lippstadt hat die Kommission jedoch ein erhebliches Risiko für die notwendigen Baumaßnahmen gesehen, da das vorgesehene Gartenschaugelände in der Lippeaue liegt und dort ein nicht zu unterschätzendes Hochwasserrisiko besteht, welches die Einhaltung der knappen Bauzeit auch bei bester Planung und Vorbereitung nicht vollständig beherrschbar macht. Dieser Punkt hat letztlich den Ausschlag gegeben, denn ein vergleichbares Risiko existiert in Rietberg nicht.