Veterinärbehörden in Nordrhein-Westfalen sind gut auf Bekämpfung der Vogelgrippe vorbereitet
Die nordrhein-westfälischen Veterinärbehörden sind gut auf die Bekämpfung der Vogelgrippe vorbereitet. Die Kreise und kreisfreien Städten verfügen über ausreichend Personal sowie über entsprechende Ausrüstung. Nordrhein-Westfalen hat darüber hinaus einen Vertrag mit den NRW-Tierärztekammern geschlossen, und kann im Bedarfsfall zusätzliche praktische Tierärzte zur Seuchenbekämpfung einsetzen. "Wir sind in NRW nicht zuletzt auf Basis unserer Erfahrungen mit der Vogelgrippe im Jahr 2003 gut aufgestellt. Durch einen kontinuierlichen Dialog mit den Niederlanden, wo 2003 die Geflügelpest in weit größerem Maße auftrat, haben wir zudem von den Erfahrungen unserer Nachbarn profitieren können", so Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg. Gemeinsam mit den Niederlanden sowie Niedersachsen als größtem deutschen Geflügelfleischproduzenten hat NRW den Ernstfall in Krisenübungen bereits simuliert und erprobt.
In Anbetracht der sich in Deutschland ausbreitenden Vogelgrippe spricht sich Uhlenberg dafür aus, die Diskussion um eine Umverteilung der Kompetenzen in der Tierseuchenbekämpfung nicht jetzt zu führen: "Unsere wichtigste Aufgabe ist es nun, gemeinsam das Virus zu bekämpfen. Die Manöverkritik kommt danach." In Anbetracht der Verbreitung des Virus bei Wildvögel hält Uhlenberg Impfungen bei Zootieren sowie bei Hobby- und Rassegeflügel zur Prävention für sinnvoll. "Straßensperren halten keine Wildvögel auf. Eine maßvolle Impfpolitik halte ich vor dem Hintergrund der aktuellen Seuchenlage daher für geboten." NRW wird in den nächsten Tagen einen entsprechenden Antrag beim Bundesverbraucherschutz-ministerium zur Weitergabe an die EU-Kommission einreichen.
Auf einer Fachbesprechung hat das NRW-Verbraucherschutzministerium heute mit den Bezirksregierungen, den Leitern der vier staatlichen Untersuchungsämter sowie Vertretern der Geflügelzuchtverbände und der Tierärzte über die laufenden Maßnahmen beraten sowie das weitere Vorgehen besprochen und über die aktuelle Situation berichtet. So sollen im Rahmen des Wildvogelmonitorings nun verstärkt Stockenten, Höckerschwäne, Blesshühner und Lachmöwen untersucht werden, da diese sich aufgrund ihrer regionalen Wanderbewegung besonders eignen, um den Weg des Virus nachzuvollziehen. Bisher sind in NRW aber keine Fälle von Geflügelgrippe aufgetreten, insgesamt wurden in diesem Jahr bereits 1.000 Proben untersucht.
Die Stallpflicht wird nach Auskunft der Veterinärbehörden im ganzen Land ohne größere Probleme eingehalten. In Einzelfällen ist ein komplettes Aufstallen des Geflügelbestandes nicht möglich, hier werden in enger Abstimmung mit den Behörden praktikable Lösungen entwickelt, während gleichzeitig die Kontrollen in den entsprechenden Betrieben intensiviert werden. Das Verbraucherschutz-ministerium prüft zurzeit, ob die Tierhalter aus der Tierseuchenkasse finanzielle Unterstützung für diese Untersuchungen bekommen können.