Verbraucherschutzminister Uhlenberg: Landesweites Netzwerk für mehr Finanzkompetenz für Kinder, Jugendliche und junge Familien Auftaktveranstaltung mit 150 Expertinnen und Experten
In Deutschland gelten mehr als drei Millionen Haushalte als überschuldet. Zudem werden Deutschlands Schuldnerinnen und Schuldner immer jünger. Im Jahr 2005 waren laut Schufa rund 200.000 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 überschuldet.
Aus diesem Grund hat das Verbraucherschutzministerium beschlossen, ein landesweites Netzwerk zur Stärkung des Finanzwissens bei Kindern, Jugendlichen und jungen Familien zu gründen. Den Auftakt macht Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg mit der heutigen Tagung "Gewusst wie! - Finanz-Wissen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen fördern". Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der anbietenden Wirtschaft, Schuldnerberatungen, Wohlfahrts- und Verbraucherverbänden, Hochschulen, Ressorts der Landesregierung und Städten und Gemeinden nehmen teil. Ziel ist es, die Kräfte im Land zu bündeln und mehr Menschen zu erreichen. Das Netzwerk soll dazu beitragen, dass tragfähige Kooperationen zwischen den verschiedenen Akteuren im Bereich Finanzwissen entstehen.
Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg: "Über Geld muss man sprechen. Gerade in Zeiten, in denen Jugendliche z.B. Klingeltöne oder Spiele für das Handy in Sekunden für viel Geld herunterladen können, darf dies kein Tabu mehr sein. Kinder und Jugendliche sind schon lange eine beliebte Zielgruppe von Werbe- und Marketingexperten. Sie gelten als äußerst markenbewusst und konsumfreudig und haben eine Menge Geld zur Verfügung. Es macht mir Sorgen, dass laut Institut für Jugendforschung bereits rund fünf Prozent der elf bis 12-Jährigen bei den Familienangehörigen oder Freunden Schulden machen, damit die Handykosten beglichen werden können. Ein kompetenter Umfang mit Geld und Konsumwünschen im jungen Alter ist eine wichtige Voraussetzung, um späterer Verschuldung vorzubeugen. Damit das Thema Geld später kein Buch mit sieben Siegeln bleibt, möchten wir beispielsweise bereits bei der Nachmittagsbetreuung in Ganztagsgrundschulen ansetzen. Denkbar sind hier Angebote, wie Kinder spielerisch den richtigen Umgang mit Geld erlernen. Finanzielle Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich freue mich deshalb besonders, dass heute rund 150 Expertinnen und Experten bereit sind, ihre Kompetenzen und Ideen in diesem Projekt mit einzubringen
Im Anschluss der Auftaktveranstaltung bilden sich vier Arbeitsgruppen zu den Themen Finanz-Wissen für Grundschulkinder, für Berufs-Neulinge, für junge Familien und in den Medien. Nach der zügigen Auswertung der Erkenntnisse, die im Rahmen der Auftaktveranstaltung entstanden sind, kommen die Arbeitsgruppen ab März zusammen, um im Laufe des Jahres bestehende Angebote, Erfahrungen, Ideen und Konzepte weiterzuentwickeln sowie Handlungsmaßnahmen zu entwerfen. Die Arbeitsergebnisse werden auf einer Abschlusstagung im Frühjahr 2007 vorgestellt.
Interessierte Verbände und Institutionen können sich an diesem Projekt beteiligen. Anmeldungen per E-Mail über das Infoservice des MUNLV: infoservice@munlv.nrw.de.