EWE AG: Teamarbeit mit dem Handwerk bei Brennstoffzellen-Pilotprojekt
Bei der praktischen Erprobung kleiner Erdgas-Brennstoffzellen liegt IBZ-Gründungsmitglied EWE in Deutschland eindeutig an der Spitze. Der in Oldenburg ansässige Energieversorger betreibt bei interessierten Kunden bereits mehr als 30 Pilotprojekte mit Brennstoffzellen-Heizgeräten von Sulzer Hexis. Dabei kooperiert das Unternehmen sehr eng mit örtlichen Handwerksbetrieben, die die Anlagen installieren und warten. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch gehört dazu. Die Option, Gebäude künftig über erdgasbetriebene Brennstoffzellen mit Strom und Wärme zu versorgen, stellt nicht nur Energieversorger, sondern auch das installierende Handwerk vor neue Herausforderungen. Deshalb hat die EWE AG schon sehr früh interessierte Fachbetriebe der Sanitär/Heizung/Elektro-Branche in ihre Brennstoffzellen-Aktivitäten eingebunden und die Partner, die zusammen mit EWE in regionalen Synergiegemeinschaften organisiert sind, intensiv auf das neue Aufgabenfeld vorbereitet. Uns kam es darauf an, dass sich das lokale Handwerk frühzeitig mit dieser Technologie auseinander setzt und lernt, damit umzugehen, sagt Friedhelm Pinkhaus, der bei EWE im Bereich Brennstoffzelle die Zusammenarbeit mit den SHK-Betrieben koordiniert.
Erfahrungen aus erster Hand
Einmal jährlich treffen sich alle Beteiligten zu einer großen Gesprächsrunde. Sie bietet den Betrieben Gelegenheit, sich mit Kollegen und mit den EWE-Verantwortlichen auszutauschen. Dabei geht es vor allem um Fragen und Probleme, die sich in der Alltagspraxis ergeben bei Installation und Wartung der Brennstoffzellen-Anlagen ebenso wie bei Störungseinsätzen. In gemeinsamer Diskussion werden die festgelegten Checks und Arbeitsabläufe auf den Prüfstand gestellt. Ebenso können die Betriebe über Fragen und Reaktionen von Kunden berichten, bei denen die Pilotanlagen installiert sind.
Unsere Partnerbetriebe sind sehr motiviert. Sie betrachten die Brennstoffzelle als Herausforderung, aber auch als Chance für das Fachhandwerk. Deshalb nutzen sie die Pilotprojekte, um sich mit dieser Zukunftstechnologie vertraut zu machen, so Friedhelm Pinkhaus. Andererseits sagen die Betriebe aber auch ganz deutlich, wo es aus ihrer Sicht Schwachstellen und Optimierungsbedarf gibt. Für uns und für die Brennstoffzellen-Hersteller sind diese Rückmeldungen sehr wertvoll.
Beim diesjährigen Erfahrungsaustausch war auch ein Vertreter des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik der Universität Hannover dabei. Er führte unter den rund 20 Teilnehmern eine Befragung zu ihren Erfahrungen rund um die Brennstoffzelle durch: Welches Know-how brauchen die Betriebe dabei? Welche Fehler werden gemacht? Wo sind die wichtigsten Unterschiede zur herkömmlichen Technik? Und welcher Aus- und Fortbildungsbedarf lässt sich daraus ableiten? Das Institut ist derzeit dabei, entsprechende Anforderungsprofile zu entwickeln. Die brennstoffzellen-erfahrenen Betriebe im EWE-Netzgebiet konnten dazu einiges beisteuern sozusagen aus erster Hand.