Sicherheit für Kerntechnische Anlagen steigern
Umweltminister Schnappauf: ILK-Empfehlung für "Probabilistischen Sicherheitsanalysen" im atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren
Die Internationale Ländekommission Kerntechnik - ILK - hat auf ihrer jüngsten Sitzung am 21. Mai in Stockholm empfohlen, dass die atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden bei der Bewertung der Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke künftig verstärkt sog. 'Probabilistische Sicherheitsanalysen' einsetzen. Die ILK wurde von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen initiiert. Sie berät die Landesregierungen in Fragen der kerntechnischen Sicherheit sowie der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Nach Auffassung der ILK ermöglicht es diese vor allem in den USA hochentwickelte Bewertungsmethode, die Bedeutung der einzelnen Sicherheitssysteme eines Kernkraftwerks und des Verhaltens des Betriebspersonals zur sicheren Vermeidung von Reaktorunfällen zahlenmäßig zu erfassen. Damit kann das Sicherheitskonzept von kerntechnischen Anlagen weiter optimiert werden.
Die von der ILK beschlossene Empfehlung zeigt außerdem einen realistischen Weg auf, wie das international anerkannt hohe Sicherheitsniveau der deutschen Kernkraftwerke trotz des auf den Betreibern lastenden steigenden Kostendrucks auch in Zukunft zuverlässig aufrecht erhalten und weiter gesteigert werden kann.
Demgegenüber hat die Bundesregierung in ihrem neuesten Entwurf eines Kernenergieausstiegsgesetzes zwar das Risiko von Reaktorunfällen als nicht akzeptabel eingestuft, aber es versäumt zu zeigen, wie diese Auffassung mit dem von ihr zugestandenen Betrieb der Anlagen während einer Restlaufzeit von bis zu 18 Jahren und mehr vereinbar ist.
Damit offenbart sich erneut die Konzeptions- und Verantwortungslosigkeit der Energie- und Umweltpolitik der Bundesregierung, der es bei der Kernenergie offensichtlich nicht vorrangig um die Sicherheit der Bevölkerung, sondern um die populistische Verwirklichung rot-grüner Ideologie geht.
Die Empfehlung der ILK kann beim Pressereferat des Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen (Tel. 089/9214-2204) angefordert werden.
(Weitere Informationen: http://www.umweltministerium.bayern.de/bereiche/strahl/strahl.htm)