Umweltminister Schnappauf eröffnet Gentechniklabor an der Universität Bayreuth

Umweltminister Schnappauf eröffnet Gentechniklabor an der Universität Bayreuth
Besucher können gentechnische Experimente durchführen

(Bayreuth) Umweltminister Dr. Werner Schnappauf übergab am Montag, den 16. September 2002, an der Universität Bayreuth ein gentechnisches Besucherlabor seiner Bestimmung. Hier besteht für Schüler mit Leistungskurs Biologie, aber auch allgemein für die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, einfache molekularbiologische Versuche durchzuführen und die Grundausstattung eines Gentechniklabors kennen zu lernen. Es ist eingebettet in ein Fort- und Ausbildungszentrum für mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht, das an der Universität Bayreuth derzeit verwirklicht wird. Das Umweltministerium hat die Einrichtung des Labors mit rund 240.000 Euro gefördert, die laufenden Kosten für Verbrauchsmaterial und wissenschaftliche Betreuung übernimmt die Universität. Weitere Besucherlabore werden am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried sowie an den Universitäten Erlangen/Nürnberg und Regensburg eingerichtet, am Deutschen Museum in München konnte ein ähnliches Labor bereits im Juni dieses Jahres eröffnet werden.
Schnappauf unterstrich die Bedeutung der Gentechnik für Bayern. Mit 88 Firmen im Kernbereich der Biotechnologie ist der Freistaat das in Deutschland führende Bundesland. Allein im Großraum München finden rund 5.000 Beschäftigte in der Biotechnologie einen Arbeitsplatz. Das rasante Wachstum der Branche spiegelt sich in der unvermindert wachsenden Zahl gentechnischer Anlagen in Bayern wider, die sich in den letzten zehn Jahren auf derzeit 540 mehr als verdoppelt haben. In Deutschland befinden sich inzwischen rund 80 gentechnisch hergestellte Arzneimittel auf dem Markt.

Von der Gentechnik werden – neben Medizin und Landwirtschaft – auch wichtige Beiträge zur Verbesserung des Umweltschutzes, z. B. durch Einsparung von Rohstoffen bei der Produktion und einen verrringerten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, erwartet. Schnappauf: Bei neuen Technologien müssen wir sorgfältig die Chancen und Risiken abwägen. Die Agenda 21 hat eine verstärkte Förderung der Biotechnologie empfohlen, und die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, auf diesem Gebiet zur Weltspitze aufzuschließen. Dazu ist nicht nur eine Ausbildungsoffensive erforderlich, sondern vor allem auch eine intensive Aufklärung der Bevölkerung über das wissenschaftliche und wirtschaftliche Potenzial der Gentechnik. Das Besucherlabor soll einen Beitrag zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion leisten.

Weitere Informationen: http://www.gentechnik.bayern.de


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