Mobile Kommunikation im Dialog
Umweltminister Schnappauf: Vorsorge und Transparenz entscheidend / Fachtagung Mobilfunk an der TU München
(München) Die Belastung mit elektromagnetischen Feldern liegt überall weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Dies ist das Ergebnis der bisherigen bayerischen Messungen, betonte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute bei der Eröffnung einer Tagung zum Mobilfunk. "Vorsorge und Transparenz sind wesentliche Eckpfeiler gerade bei der Mobilfunktechnologie", hob Schnappauf hervor. Zwei Tage lang diskutieren Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft an der TU München über Nutzen und Gefahren der digitalen Mobilfunktechnologie. Bayern verbindet sein Ja zur Nutzung dieser Technologie mit einem Paket von Forschungs- und Messprogrammen. Informationsforen und Runde Tische bei den Kommunen sind Bestandteile eines aktiven Dialogs mit allen Beteiligten.
Für rund acht Millionen Menschen in Bayern ist das Mobilfunktelefon zur Selbstverständlichkeit geworden, die Tendenz ist immer noch steigend. Mobilfunk-Sendeanlagen werden jedoch nach wie vor kontrovers diskutiert. Etwa 6000 Standorte gibt es derzeit in Bayern, durch den UMTS-Ausbau könnten in den nächsten drei Jahren noch etwa 4000 weitere Standorte hinzu kommen. Bayern hatte bereits vor drei Jahren mit dem ersten Mobilfunkpakt eine freiwillige Vereinbarung zur Mitwirkung der Kommunen bei der Standortwahl auf den Weg gebracht. An der Fortschreibung des Paktes haben 60 Gemeinden und sechs Großstädte in einem Pilotprojekt mitgearbeitet. Die letzten Abstimmungsrunden laufen derzeit. Schnappauf kündigte die Unterzeichnung des neuen Mobilfunkpaktes zwischen dem Freistaat, den kommunalen Spitzenverbänden und den Betreibern für den 24. Juli an.
Bayern führt verschiedene Messprogramme zur Erfassung der Mobilfunkstrahlung durch und investiert dafür insgesamt rund drei Millionen Euro. Kommunen können zum Beispiel mit dem FEE-Programm die Strahlenbelastung in ihren Gemeindegebieten messen lassen, der Freistaat übernimmt 50 Prozent der Kosten. Seit Pfingsten läuft ein weltweit einmaliges Vorhaben: das EMF-Monitoring Bayern. An 400 Punkten wird in Bayern ein mobiles Messgerät die gesamte elektromagnetische Strahlung messen. Das Umweltministerium will damit flächendeckend einen Bayern-Indikator zur tatsächlichen Strahlenbelastung ermitteln.
Weitere Informationen: http://www.elektrosmog.bayern.de