Fliesen aus Keramik und aus Naturstein gibt es schon seit Hunderten von Jahren.

Fliesen aus Keramik und aus Naturstein gibt es schon seit Hunderten von Jahren.
Keramische Fliesen und Platten haben eine Menge Vorteile, sie sind extrem strapazierfähig, langlebig, pflegeleicht, farb- und lichtecht. Staub und Schmutz lässt sich leicht abwaschen.

Fliesen sind feuerfest und halten hohe Belastungen aus. Heutzutage sind Fliesen als Boden- und Wandbelag nicht mehr wegzudenken.

Keramikfliesen

Definition
Aus natürlichen Rohstoffen ( Ton, Kaolin und Feldspat ) hergestellter Belag in Form von trockengepressten, feinke-ramischen Steingutfliesen ( nur glasiert ) und Steinzeugfliesen ( glasiert und unglasiert ) bzw. stranggepressten, grobkeramischen Spalt- und Ziegelplatten. Bei den Glasuren unterscheidet man vier unterschiedliche Abrieb-gruppen, die für die Einsatzmöglichkeiten entscheidend sind. Hinsichtlich der technischen Eigenschaften ist die Wasseraufnahme ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Fliesen mit hoher Wasseraufnahme sind nicht frostbe-ständig und deshalb nur für den Innenbereich geeignet

Keramikbeläge werden in vielfältiger Form, Farbe, Dekor und Oberflächenstruktur angeboten und können wie jeder andere mineralische Stoff u.a. zu Schotter recycelt werden. Eigenschaften: pflegeleicht, antistatisch, geruchsneutral, für eine Fußbodenheizung geeignet und wärmespeichernd. Da Fliesen je nach Verfugung und verwendetem Mörtel starr sind, sollten sie nur auf Untergründen verlegt werden, deren Formveränderungen abgeklungen sind.
Fliesen verlegen:

1.) Grundlage Material:

Keramische Fliesen gehören zur Gruppe der künstlich hergestellten mineralischen Platten für Wand und Boden. Als Ausgangsrohstoff wird für gebrannte keramische Fliesen wird Ton genommen, als Zugabe kommt Quarz und Feldspat. Keramische Erzeugnisse gibt es in verschiedenen Formaten, Farben und Qualitäten, Kennzeichen für Spaltplatten und Spaltriemchen ist ihre geprägte rillenförmige Rückseite, Flächen unter 90 qcm nennt man Mosaik !

Die Europäische Norm EN 87 unterteilt Fliesen und Platten nach dem Wasseraufnahmevermögen in vier Gruppen.

Kriterien bei Keramikfliesen sind u. a. Ihre Wasseraufnahmefähigkeit und Belastbarkeit.

Entspricht eine Fliesenart genau der Normanforderung, so spricht man von Sorte N1. Sie sind mit einer Roten Farbmarkierung gekennzeichnet.

Sollte nur eine einzige Anforderung der EN-Norm nicht erfüllt sein, spricht man von einer N2 Sorte. Sie sind mit einer blauen Farbe markiert !

Bevor Sie Fliesen bestellen, sollten Sie die erforderliche Menge berechnen. ( Bei Nachbestellungen kann es Farbunterschieden kommen! )

Für die Berechnung der benötigten Menge gilt die Faustformel:

Quadratmetermenge + 5% Verschnitt (10% bei Diagonalverlegung) + 5% Reserve

Die optische Wirkung der Fliesen hängt entscheidend von Fliesenfuge ab. Legen Sie daher vor dem Kleben einige Reihen trocken. Bitte beachten Sie dabei folgendes:

Anschnitte dürfen nicht schmaler ausfallen als wie eine halbe Fliese und sollte an den Ränder der Fliesenfläche liegen.

Bei Räumen mit geraden, im rechtwinkeligen Wänden, beginnen Sie mit dem Auslegen der Fliesen entlang einer parallel zu den Wänden verlaufenden Schnur in der Mitte des Raumes.

Beim Fliesen von Wänden sollten Anschnitte nie an der Außenkante gesetzt werden. Bei quadratischen Boden-fliesen wirkt eine diagonal Anordnung sehr dekorativ.

Die Dreieckszuschnitte an den Rändern der Wände sind immer gleich, es passt immer eine halbe, diagonal ge-schnittene Fliese in die Lücke.

Fliesen schneiden Sie am besten mit einem Fliesenschneider, dabei wird die Fliesenoberfläche angeritzt und kann problemlos über eine Kante gebrochen werden.

Natursteine und stärkere Fliesen trennen Sie am besten mit einem Naßschneider.

Mit etwas Geschick lassen sich mit einem Winkelschleifer ( mit Diamanttrennscheibe ) oder einer Papageizange (damit lassen sich einfach Löcher und Öffnungen in Fliesen brechen ) genaue Schnitte machen.

2.) Untergrund:

Fliesen können auf fast allen Untergründen im Dünnbett-Verfahren verlegt werden, egal ob Beton, Estrich, Holz-dielen, Spahnplatten oder alte Fliesen den Untergrund stellen, wenn der Untergrund eben und tragfähig, rissfrei, frei von Ölen und anderen Stoffen ist, die nicht zum Fliesenkleber passen.

Alte Anstriche sollten entfernt werden. Unebenheiten im Untergrund müssen verspachtelt werden. Stark saugende Untergründe sollten mit einer Grundierung vorbehandelt werden, so hält der Fliesenkleber am besten. Untergründe im Badezimmer oder in Nassräumen müssen mit einer wasserdichten Absperrung bearbeitet werden, dafür gibt es spezielle Abdichtungsanstriche.

Sind alte Dielenböden der Untergrund, so kann es sein, dass diese zusätzlich verschraubt werden, da zu starke Bewegungen im Unterbau zu Rissen führen kann. Auch sollten die Dielen abgeschliffen und grundiert werden

3.) Klebe- bzw. Setzverfahren von Fliesen:

Früher wurden Fliesen im Dickbettverfahren gesetzt, d.h. die Fliesen bzw. Platten wurden in ca. 1,5 cm dickem Mörtel gesetzt und ausgerichtet. So konnten Unebenheiten leicht ausgeglichen werden. Das Dickbettverfahren erfordert aber Fachmänner und sollte nicht von Anfängern angewendet werden.

Beim Dünnbett-Verfahren wird entweder normaler Fliesenkleber oder flexibler Fliesenkleber benutzt. Der flexible Kleber hat den Vorteil das Spannungen des Untergrundes aufgefangen werden können und so Risse vermieden werden. Flexibler Fliesenkleber ist ca. 3 – 4 mal so teuer wie normaler Fliesenkleber, bei Holzuntergrund oder Neubauten sollte immer Flexkleber benutzt werden.

Beim Dünnbett-Verfahren wird der Kleber mit einer Glättekelle dünn aufgetragen und mit einem Zahnspachtel „durchkämmt“. Auf die so entstandenen Rillen werden die Fliesen leicht aufgedrückt. Damit die Fliesenfugen gleichmäßig sind, sollten Fugenkreuze benutz werden, die für gleichmäßige Abstände sorgen und später einfach mit verfugt werden.

4.) Einschlämmen und Ausfugen

Die Fugen können je nach Geschmack in jeder Farbe hergestellt werden. Es gibt für Innenfliesen und Aussenfliesen passenden Fugenmörtel. Der Fugenmörtel wird in einem sauberen Eimer mit Wasser aufgerührt ( am besten mit einer Bohrmaschine und einem Rührstab ), der Fugenmörtel sollte nicht zu dünn oder zu dick sein, unbedingt genaue Wassermenge laut Vorgabe des Herstellers verwenden!

Ca. 8 Stunden nachdem die Fliesen geklebt worden sind können Sie mit dem Einschlämmen beginnen. Übergänge von Boden zu Wand müssen als Dehnungsfuge ausgeführt werden, diese dürfen nicht eingeschlämmt werden und müssen mit Silikon verfüllt werden.

Dehnungsfugen im Untergrund ( z. B. Dehnungsfugen im Estrich ) müssen im Fliesenbelag übernommen werden. So wird im Estrich meistens jeder Raum durch eine Trennfuge im Türbereich abgesetzt, diese müssen Sie auch im Fliesenbelag einbauen. Die Trennfuge ( Dehnungsfuge ) kann später mit einem Profil überdeckt werden.

Beim Einschlämmen muss die Fugenmasse diagonal zum Fugenverlaufe mit einem Gummiwischer bis zur Oberkante Fliese eingeschlämmt werden. Die überschüssige Masse wird abgezogen. Nachdem die Masse etwas angezogen ist ( Reste auf Fliesen werden hell ), wird alles mit einem Schwamm nass aufgewischt.
(HR)


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